Zusammenfassung

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Dieses Buch stellt eine Zusammenfassung und Verallgemeinerung aller schon für sich zusammengefassten und verallgemeinerten Theorien der wichtigsten Fachgebiete unserer  menschlichen Welt-Erkenntnis dar. Sie ist somit die Essenz der Erkenntnis an sich. Ich ging in der Darstellung vom Allgemeinen zum Speziellen, vom ersten ganz allgemeinen Bild zu immer spezielleren Begriffsbildern vor, die sich aus dem allgemeinen Bild differenziert ableiteten. Das Allgemeine stellt das Wesentlichere und Gewichtigere dar und ist das Fundament unserer Erkenntnis und das Wesen unseres gesamten Daseins. Die speziellen Begriffsbilder sind  differenzierter und somit detaillierter, machen dafür das einfache, aber sehr abstrakte Bild anschaulicher, allseitig verständlicher und begreifbarer. Ich stellte diese Bildfolge in der Struktur dar, in der unser inneres Erkenntnissystem die Welt zu erkennen in der Lage ist. Die Form bestimmte den Inhalt, der Inhalt bestimmte die Form. Als schwierig erwies es sich, die „richtigen“ Begriffe zu den Bildern zu finden. Alte Begriffe, die man kennt, sind inhaltlich schon besetzt, damit lässt sich schwer eine neue Theorie darstellen. Völlig neue Begriffe zu erfinden hieße jedoch, ein Buch zu schreiben in einer Sprache, die niemand spricht und versteht.

Die Essenz dessen, was da ist, die tiefste Tiefe, die selbst nicht erkennbar ist, benannte ich mit dem Begriff Bewusstsein. Aus dem Bewusstsein differenziert sich das Dasein in polaren Einheiten. Diesen Prozess der Differenzierung und Spezialisierung, der rhythmisch ist, nenne ich Erkenntnisprozess, wobei sich wechselseitig Erkenner und Erkanntes erschaffend gegenüber stehen. Das bedeutet, dass jede Erscheinungsform eine Innerlichkeit hat, die spannungsgeladen polar zu einer äußeren Erscheinung steht. Wissen besteht deswegen nicht nur aus geschriebenen oder gesprochenen Wörtern, die aus Buchstaben bzw. Lauten bestehen. Wissen ist genauso auch gefühlte Bedeutung in einer zeit-räumlichen hierarchischen Entwicklung.

Die untersten polaren Hälften sind bislang auch bekannt als Materie und Geist, oder Yin und Yang, richtig und falsch, Ich und Du und so weiter. Es gibt seit Menschendenken Parteien, die für die eine oder andere Seite eintreten und streiten, weil sie diese für die einzig Wahre halten und die des Gegenübers demzufolge für falsch und feindlich. Diese alten Begriffe Materie und Geist stellen dar, dass beide unversöhnliche, unvereinbare Gegensätze sind. Meine hier vorgestellte Theorie macht klar, dass diese Gegensätze nur scheinbar sind zum Zwecke der Erkenntnis und als differenziertes Erkenntnisprodukt selbst.

Ich schuf mit diesem Fundamentbuch ein klares Allgemeinbild unserer Spiegelwelt. „Yin und Yang vereinten sich zu Harmonie.“ Doch diese Essenz der Erkenntnis mag noch so schön aussehen, sie ist nutzlos ohne Schlussfolgerung. Jeder mag für sich selbst entscheiden, wie diese Schlussfolgerung und daraus abgeleiteten Handlungen und Denkweisen aussehen.

Was ist das Fundament? NICHTS Reales oder mit einem anderen Begriff ausgedrückt: BEWUSSTSEIN. Wir erahnen sein Vorhandensein durch unsere Fähigkeit des Glaubens, der eine große geballte Kraft darstellt. Glaube ist eine innerliche ungerichtete mächtige Fähigkeit. Bewusstsein ist das Phänomen, dass sich sowohl als Glaube als auch als Wissen schaffendes Fundament auszeichnet. Das Ich steht mit dem Du als Gegenpol in einer spannenden Beziehung. Es geht dabei darum, in einem großen Rhythmus sich auszudehnen, eine quasi-unendliche Differenzierung zu erschaffen und gleichzeitig diese Trennung durch Verbindung zu einer quasipunktförmigen Einheit zurückzuführen. Das Innen und das Außen sind sich in ihrer Urpolarität selbstähnlich in totaler Umkehrung. Sie sind dabei sowohl absolut getrennt als auch absolut verbunden.

Die Trennung erlebt das Innen durch seine Abtrennung über die Haut zu seiner Umwelt. Die Verbindung erlebt das Innen durch seinen inneren Glauben, eins mit allem zu sein. Kein Mensch kann wissen, was der andere Mensch glaubt und fühlt, noch weniger können wir wissen, was ein Tier glaubt und fühlt oder eine Pflanze und noch schwieriger erscheint uns, diesen Begriff auf die sogenannte tote Materie anzuwenden. Und doch unterliegen alle Erscheinungsformen denselben Kräften und Gesetzmäßigkeiten. Nur werden heute diese Kräfte in den einzelnen Wissenschaften unterschiedlich benannt, was zu Schwierigkeiten in der Verständigung führt.

Gedanken, wie wir sie heute denken, hatten die Menschen vor tausenden von Jahren nicht. Und doch dachten sie. Auch Tiere denken und erforschen ihre Umwelt. Pflanzen kann ein „Denken“ und „Forschen“ auch nicht mehr abgesprochen werden. Eindeutig ist, dass der Begriff Denken neu definiert werden muss. Er sollte eine weiter gefasste als bisher nur auf das heutige menschliche Denken bezogene Definition erhalten.

Jede elektrische Aktion in unserem Universum ist ein Ausdruck eines Denkens, ist ein Gedanke. Ich versuche hier einmal ein bisschen Mathematik hinein zu bringen. Das Fundament unseres Daseins ist das Bewusstsein. Ohne Dasein ist es NICHT DA. Das ist zunächst die einzige Eigenschaft, die wir dem Bewusstsein geben können. Im Bewusstsein befinden sich kräftemäßig alle Möglichkeiten, ein Dasein zu gestalten. Das Bewusstsein ist aber nicht der Gestalter, sondern nur die Idee, die Potenz, die Möglichkeit. Das wäre eine weitere Eigenschaft. Das Bewusstsein hat demzufolge die größte Bedeutung, das größte Gewicht.

In der Form des absoluten Daseins, der totalen Trennung in die Gegensätze gibt es KEIN Bewusstsein. Zwischen KEINEM Bewusstsein und vollem Bewusstsein liegen die Zwischenzustände des Bewusstseins, das auch Selbstbewusstsein genannt wird. Ist das Selbstbewusstsein als Verbindungselement sehr klein, ist die trennende Kraft sehr groß. In einem winzigen Atom zum Beispiel walten enorme Kräfte. Es ist erkennbar und da, besitzt Selbstbewusstsein, jedoch kaum relevant, um einen eigenen Willen zu entfalten. Es unterliegt demzufolge einem fast mechanisch zu nennenden Gesetz.

Der Mensch ist gegenüber einem Atom sehr groß, seine körperliche Kraft hingegen – relativ zum Atom gesehen – schwach. Der Mensch besitzt ein relativ großes Selbstbewusstsein, wenn auch geschätzt wird, dass es um die 20 Prozent im Verhältnis zu den 80 Prozent unbewusster Vorgänge in seinem Organismus stehen soll – laut Aussagen der Wissenschaft. Erkennbar ist, dass mit zunehmender Kommunikation der Gegensätze es zur immer höherkomplexen Differenzierungs-Verbindungen kommt, woraus zunehmendes Selbstbewusstsein abgeleitet werden kann. 

Je komplexer die Verbindung der Gegensätze im einzelnen Teil, wie es der individuelle  Mensch ist, desto größer das Selbstbewusstsein, desto größer die innere schöpferisch bewusste Kraft, Einfluss auf seine Umwelt zu nehmen. Der Mensch nimmt bewusst gestaltenden Einfluss auf seine Umwelt mittels Handeln. Noch unbewusst beeinflusst er seine Umwelt über den Circumpunkt. Wenn er sich dieser inneren Circumpunkt-Kräfte bewusst wird, darüber Wissen und Können erlangt, wäre Schöpferkraft ganz neu zu definieren. Meine Theorie ist das Fundament dafür, der inneren Schöpferkraft die bewusste Tür zu öffnen.

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