Was ist Erkenntnis?

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Die Erkenntnisforschung ist wie die Bewusstseinsforschung und Gehirnforschung noch nicht so alt. Die Ergebnisse dieser Forschungsrichtungen versprachen der Industrie lange Zeit nicht viel Gewinn. Wobei es schon im Geheimen in allen Staaten seit langem Untersuchungen und Forschungen mit wirklich brisanten Ergebnissen auf diesem Gebiet gibt. Nicht zuletzt basieren die Rituale der streng hierarchisch strukturierten Geheimgesellschaften auf Erkenntnissen der Kraft des „göttlich“-menschlichen Ichs.  

Seit die Manipulation des menschlichen Bewusstseins mittels Werbung, Marketing und anderen Kommunikationsstrategien Gewinn abwirft, erfahren diese Forschungszweige sehr viel monetäre Zuwendung aus den Bereichen der Industrie und Politik. Was dabei herauskommt, wenn man es schließlich schafft, das Denken der Menschen mittels technischer Methoden, wie zum Beispiel Chips im Kopf, „komplett“ zu beeinflussen, beschrieb ich schon ausführlich in meinem Buch „Dualität und Religion“i.

Der Begriff „Erkenntnis“ist immer noch nicht einheitlich definiert. „In einer ersten Annäherung kann man Erkenntnis als den Prozess und das Ergebnis eines durch Einsicht oder Erfahrung gewonnenen Wissens bezeichnen.“ii Der Begriff Erkenntnis hat keinen griechischen oder hebräischen Vorläufer als Stamm, auf den die Wissenschaft zurückgreifen könnte. So ist der Begriff eine neuzeitliche Schöpfung und „… bezeichnet das Ergebnis (das Erkannte) und den Prozess des Erkennens (den Erkenntnisakt). Erkenntnis beinhaltet immer die Beziehung zwischen einem erkennenden Subjekt und etwas Erkanntem (Objekt). Erkenntnis kann sich ebenso auf einen Sachverhalt wie auf einen Prozess beziehen.“

Ich finde, diese Definition ist doch sehr gut. Es gilt jetzt nur noch, diese Definition nicht auf den Menschen allein zu beschränken, sondern sie universell zu verallgemeinern als wechselwirkender Kraft-Akt der Schöpfung durch den Schöpfer ICH/Innen und DU/Außen. Das setzt die Erkenntnis voraus, dass Wissen nicht allein menschlich ist und dass das Begreifen nicht nur als materialisierter elektrochemischer Prozess im menschlichen Gehirn begriffen wird.

Das wird aber in der modernen Wissenschaftstheorie der Erkenntnis ganz und gar nicht so gesehen. Hier wird der Begriff Erkenntnis sogar „als Ergebnis der empirischen Forschung“ eingeengt, eingesperrt und streng bewacht, damit er nicht ausbricht in allgemeine Bereiche des Daseins. Denn „…kann man eine Meinung überhaupt als eine wissenschaftliche Theorie anerkennen?“, so Wikipedia.

Natürlich muss jedes Fachgebiet seine Zäune ziehen. Aber eines will ich deutlich machen: Alle Sucher, Forscher, Denker, alles was elektro-chemisch wuselt, unterliegt und „gehorcht“ der innersten Sucht, ALLES werden zu wollen, erkennen zu wollen, aus der innersten Angst, ansonsten Nichts zu sein, Nichts zu erkennen. Das ist die ursächliche Spannung, die Erkenntnis und Schöpfung verursacht. Schon Platon sagte vor Hunderten von Jahren: „Die Ideen sind das Urbild (paradeigma) aller Dinge.“iii

allgemeines Fundament abb74

Abbildung 74: Im wechselnden Rhythmus schwingen die polaren Fraktale in schöner hierarchischer Ordnung.

 

Keine neue Erkenntnistheorie…

Mir geht es nicht darum, einen neuen Wissensbaum zu erschaffen. Ich will auch keine neue Erkenntnistheorie vorstellen. Denn dann müsste es auch eine neue Sprachtheorie, eine neue Theorie vom Leben, eine neue Bewusstseinstheorie sein. Ist es aber nicht. Mit geht es um ein allgemeines Verständnis allen Seins und Erschaffens mit den allgemeinsten Begriffen und Bildern, die möglich sind. Von Beginn an versucht der Mensch, eine Struktur seines Wissens und Verstehens und Erkennens und Begreifens seiner Welt zu erstellen. Dabei kam nicht ein einziger der Menschen seit es die bildhafte und schriftliche Aufzeichnung gibt, seit einigen Tausend Jahren, um die Baumstruktur herum.

Der Baum war dabei in den unterschiedlichsten Varianten das allen gemeinsame fundamentale Symbol für diese Struktur. Es gibt dabei zwei Ansichten des Baumes. Einmal die vom Menschen aus gesehene Vorderansicht, wo ein Stamm und sich verzweigende Formen erkennbar sind. Diese Struktur wird oft vereinfacht als Dreieck oder Pyramide dargestellt. Und es gibt eine Draufsicht. Hier erkennen wir eine ganz andere Form, nämlich den Kreis bzw. eine abgeschlossene Menge, in der sich Untermengen und weitere Unteruntermengen summieren. Die Mengensymbolik, die in der Mathematik eine fundamentale, wenn nicht sogar die fundamentalste Rolle spielt, und die Baumsymbolik, die in allen geistes- und sprachwissenschaftlichen Theorien, eingeschlossen die Philosophie und Religion, die fundamentalste Rolle bei der Erkenntnis spielt, sind ein und dasselbe Bild, nur in einer anderen Ansicht.

Hierarchie der Ansichten abb75

Abbildung 75: Aus der hierarchischen Baumstruktur leitet sich die Erscheinung der hierarchischen Mengen ab. Es ist nur eine andere Sicht derselben Grundform.

 

Wie schon im Kapitel „Das Alphabet und die Sprache der Zahlen“ kurz dargelegt, sind die heutige Mathematik und die heutige Sprachlehre aus derselben Erkenntniswurzel erwachsen. Das heißt, jeder Mensch KÖNNTE sein persönliches Dasein sowohl mathematisch-physikalisch als auch sprachlich (grammatikalisch im strukturweitesten Sinne) beschreiben. Jeder gesunde Mensch hat die innere Möglichkeit dazu. Und jeder Mensch wird, wenn er anfängt  sich in sich selbst hinein zudenken, die spiegelbildliche Baum- und Kreisstruktur als eigene Wesensmerkmale wahrnehmen. Weil seine Wahrnehmungsorgane so gegliedert sind – er kann gar nicht anders. 

Mir geht es hier nur darum, dass der Baum als fundamentale Struktur, deren einzelne gegliederte Teile mit einander vernetzt sind bzw. sein können, anerkannt wird. Das ist möglich, weil die Menschheit so viel fraktal-hierarchisch strukturiertes Einzelwissen besitzt, das jedes für sich genommen auf wissenschaftliche Art und Weise bewiesen und allgemein weltweit anerkannt ist.

Als es noch nicht dieses differenzierte Einzelwissen gab, dachten die Menschen in großen Begriffs-Bild-Inhalten. Dabei waren der Mensch, Gottes Kräfte, Naturkräfte, das Wesen des Daseins, das Wissen und Begreifen, das Erschaffen und Kreieren keine getrennten Einheiten, alle waren zusammen EINE ungeteilte Erkenntnis-Einheit. Alle heutigen Begriffe und Erkenntnisse waren für unsere philosophierenden Urahnen ein Begriff, summiert im Bild Baum oder auch Bild Kreis mit Punkt. Der Begriff/das Wort/die Erkenntnis WAR die Schöpfungskraft an sich von Anfang an.

In der christlichen Religion gibt es einen fundamentalen Satz: „Gottes Name ist Gott“. Was in dieser hier dargestellten Theorie übersetzt heißt: Das Wort an sich, die Erkenntnis und das Erkennen-Können als Kraft ist die Kraft der Schöpfung selbst. Das ist sowohl wahr als auch falsch, das ist sowohl logisch als auch unlogisch. Wahrheit und Falschheit, Richtig und Unrichtig, Gut und Böse sind allein Erkenntnisse des sich entwickelnden Homo Sapiens, keine ursächlichen Gegebenheiten. Gegeben ist nur die “daseiende” Polarität, die sich aus einem NICHTS differenzierte und zeit-raum-erschaffend eine fraktal-hierarchische Struktur erschuf. Das „ICH BIN ALLES“ ist diese Struktur. Jedes geteilt-vereinte Ich ist in seiner Basis mit dem NICHTS – dem reinen Bewusstsein – verbunden. 

Warum hat Moses das Bild vom zerstörten Turmbau zu Babel erschaffen? Die Menschen bauten einen Turm, weil sie Gottes ansichtig werden wollten, von dem sie dachten, er wohne oben über ihnen im Himmel getrennt von ihnen. Moses war dem Gott „ICH BIN“ höchstpersönlich in der Wüste erschienen. In der äußeren Einsamkeit und Stille betrieb er Kontemplation und Innenschau. Vielleicht wollte er den Menschen mit diesem Bild sagen: Das, was die Menschen unter Gott oder göttlich verstehen, ist eben nicht über oder unter oder außerhalb vom Menschen und dort eben auch nicht zu finden. Es ist im Menschen selbst zu suchen und zu finden. Der delphische Spruch „Erkenne dich selbst“ ist deshalb so heilig (heilend und entdifferenzierend), weil er den Menschen zur inneren Sicht, zur Einsicht darüber führt, dass er selbst die Schöpferkraft ist.  

Aus der heutigen Sicht scheint das noch etwas schwer verständlich, doch wir haben eine Not zu dieser Erkenntnis. Jeder Mensch wird diese Not individuell erkennen. Tierschützer anders als Wirtschaftsleute, Politiker der einen Partei, des einen Landes anders als Politiker anderer Parteien und Länder. Der Rentner in Deutschland sieht Not anders als der alte Mensch in Indien, der gar keine Rente bezieht. Und so weiter.

Wenn uns die Not nicht lehrt, dass wir das alles aus uns selbst erschufen und daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass wir das dann auch lösen und auslöschen können DANK unserer Kraft, die ihre Wurzel, ihr Fundament im ERSTEN Wort, in der ersten Erkenntniskraft hat, dann ist diese menschliche Welt eben auch nicht zu retten. Wozu auch? Dann ist nach meiner Ansicht der heutige Mensch nur ein etwas höher entwickelter Affe, noch kein Ebenbild der Ur-Gottes-Singularitäts-Kraft. Die dem NICHTS innewohnende Schöpferkraft wird nicht aufhören, so lange zu erschaffen, bis es das erstrebte ALLES erschaffen hat. Somit ist es möglich, dass ein neuer allerkenntnisreicher und Verantwortung übernehmender Schöpfermensch aus der Asche der alten nur gierigen und unschuldigen Affenmenschen wie Phönix neu entsteht. Die Idee in Allem und Nichts ist das Werden zu Allem und Nichts in deren allumfassender Bedeutung.

dafür eine Fundament-Wissenschaft

Aus dem bisher dargelegten sollte zumindest klar geworden sein, dass allem Dasein EIN EINZIGES Fundament zugrundeliegt. Dieses Fundament besteht zum einen aus dem NICHTS-Sein, das in den unterschiedlichen Wissensgebieten und sogar von jedem einzelnen Menschen mit unterschiedlichen Begriffen benannt wird. In der Antike benannte man dieses NICHT-Dasein Chaos. In der heutigen Physik benennt man es Singularität. Die Religionen der Welt benennen es Gott, wobei jedes Volk für Gott einen anderen Namen hat.

Ich benenne es in diesem Beitrag mit dem Begriff Bewusstsein, wobei ich auf dieser Bezeichnung nicht beharre, wenn eine einstmals existierende Allgemeinwissenschaft einen für alle Menschen der Welt gleichermaßen verständlichen vereinigenden Begriff findet oder erfindet.

Mir erschien der Begriff Bewusstsein insofern logisch als Daseinsfundament, da er dem menschlichen Erkennen zutiefst zugrunde liegt. Und es gibt für den Menschen nun einmal kein anderes Dasein, als was er erkennen kann. Daraus ergibt sich auch die nächste Stufe des allgemeinen Fundamentes, die ich den ersten Schritt der Erkenntnis nenne. Dieser erste Schritt ist das geteilte Bewusstsein in zwei polar spiegelnde Pole, aus denen in der nächsten Differenzierung, dem zweiten Erkenntnisschritt, sich die real existierenden Daseins-Kräfte des Erkennens und des Erkannten gegenüberstehen.

In der Urdreiheit – Bewusstsein und Erster-Erkenntnisschritt-Polarität – sind alle Daseins-Kräfte und Eigenschaften enthalten, die sich mit weiteren Differenzierungs- und somit Erkenntnisschritten immer individueller entfalten. Im Bewusstsein ist das Dasein unerkennbar verborgen. Der Mensch spürt das in der Tiefe seines Wesens mittels dessen, was wir Glauben nennen. Der Mensch kann an ALLES glauben und dieser Glaube ist für ihn die Kraft, den Weg des Wissens zu gehen. Wissen ist in seiner fundamentalsten Tiefe zunächst die Frage, dann die Antwort, woraus sich ein materialisierter Begriff bildet. Aus dieser Eigenschaft von erkennbarem Ersten und Zweiten ergeben sich die logischen Formen des Daseins, sowohl Zeit-Raum, als auch Logik, als auch kosmische Struktur.    

Meine Fundament-Begriffe stammen zumeist aus dem heutigen speziellen Wissensgebiet Sprache.   Das mag nicht jedem Spezialisten aus anderen Fachgebieten gefallen. Ich wählte diese Begriffe aber bewusst, da unsere Altvorderen schon einmal die bildgewaltige Sicht zur fundamentalen Begründung des Daseins in der Sprache als die allbewirkende Kraft ansahen. So schließt sich nach meiner Meinung der Kreis vom heutigen differenzierten Wissen zum damaligen allgemeinen und ganzheitlichen Wissen.

Warum erscheint es mir wichtig, dass es an der Zeit ist, diese allgemeine Wissenschaft und allgemeine Sicht zum Fundament des Daseins anzuerkennen?

Meiner Meinung nach kann es heute nicht sein, dass der moderne bewusste, intelligente und wissende Mensch grundlos behauptet, die Welt da um ihn herum ist so. Einfach nur so. Ohne einen Anhang. Es geht nur zu sagen, die Welt da draußen um das „Ich“ herum ist so, weil das „Ich“ sie so erkennen kann und so erschaffen hat. Und dann muss es bei der Beschreibung der Welt da draußen (Physik/körperlich) IMMER eine verbindende Rückbezüglichkeit geben zu der Beschreibung des Erkenntnisapparates und der Erkenntnisfähigkeit (Denken/geistig).

Das Bewusstsein in uns ist dazu in der Lage, sowohl das Ich (Innen) als auch das Du (Außen) bis in seine tiefsten, fundamentalsten polaren Grundfesten zu erkennen. Das fundamentale Bewusstsein leitete diesen Erkenntnisprozess ein und erschuf den erkennbaren Überbau. Im allgemeinsten und in menschlicher Sprache formuliert, besteht der motivierende Antrieb des Daseins je zur Hälfte in der Angst (Kraftpol – ½) Nichts zu sein und in der Freude (Kraftpol + ½) Alles zu werden und zu sein. Diese Kraftpole sowie die Spannung dazwischen können und müssen natürlich in jedem Fachgebiet einen anderen Begriff bekommen, ansonsten können wir Menschen keine differenzierte Struktur erkennen. In dieser Spanne definieren, fühlen und leben wir unsere Existenz. Doch die verschiedenartige Benennung bedeutet NICHT, dass diese Kraftpole in ihrem Fundament verschiedenartig sind. 

Nur so ist eine neue Forschungsrichtung möglich, die herausfinden muss, wie exakt das Innen und Außen gegeneinander und miteinander wirkt. Die bisherige Forschung ging davon aus, dass die Umwelt das Leben erzeugte und zur Weiterentwicklung zwang. Was Evolution genannt wird, wo auf den ersten Blick der Stärkere und Bessere, derjenige, der der Umwelt am besten widerstehen kann, eine Fortpflanzungs- somit Existenzchance hat. Unberücksichtigt blieben zwei Aspekte. Erstens: Jedes Lebewesen ist zugleich auch Umwelt und besitzt eine Wirkkraft der Gestaltung der Welt. Zweitens: Eine von der äußerlichen Umwelt bewirkte Veränderung der Innenwelt verursacht zwei neue Kraftrichtungen. Einmal die Kraftrichtung über die Membran zwischen Innen und Außen und einmal die Kraftwirkung über den Circumpunkt, woraus sich wieder eine neue wirkende Außenkraft ergibt. Würde nur der Stärkere überleben, gäbe es nur Wölfe und keine Hasen, was bedeutete, es gäbe auch keine Wölfe. Die menschliche Ordnung des heutigen demokratischen Kapitalismus basiert somit auf einer völlig falschen Erkenntnis der Natur der Bewegung und einer nicht konsequent zu Ende gedachten Philosophie. 

Jeder verantwortungsvolle und bewusste Mensch auf der Welt erkennt, dass wir heute in einer Zeit leben, die einer gewaltigen Veränderung des Denkens und Handelns bedarf. Ich sage dazu Rebellion. Denn es bedarf des Mutes und der Entschlossenheit eines Rebellen, sich gegen verkrustete Strukturen zu stemmen. Sogar gegen die eigenen. Selbst die Physiker weltweit ahnen, dass ihre Wissenschaft einen Umbruch benötigt.

Auf der Basis seines Wissens nahm der Mensch seine Welt auf Erden in Besitz und veränderte sie auf der Basis seiner inneren Triebe, die er bislang nicht wirklich steuern kann. Die bisherige Basis des Wissens liegt zu fast 100 Prozent nicht auf dem Erkenntnis-Fundament, dass er selbst seine gesamte Umwelt beherrschen könne, sondern er glaubt, dass es dafür eine herrschende Kraft außerhalb von ihm gibt. Zu dieser Kraft sagt die eine herrschende Klasse unserer Welt „Gott“, die andere herrschende Klasse hält dagegen mit „Singularität“ und technischem Fortschritt. Und viele Menschen denken an Schicksal. Diese Ansichten aber machen den Menschen machtlos und hilflos und liefert sie den herrschenden Klassen und deren ausbeutenden gierigen Zielen aus.  Das ist zwar ganz allgemein gemeint, aber bitte auch persönlich nehmen!

das allgemeine Fundament in Bild Wort Zahl abb76

Abbildung 76: Ein triviales Bild, triviale Worte, eine triviale Formel.

 

Mit der hier von mir dargelegten Theorie, die ich auf dem Fundament eigener praktischer Erfahrungen entwickelte, ist es jedem Menschen möglich, allein und/oder in interessensgleichen Gemeinschaften, ohne überbordenden Herrscher mit ihrem jeweiligen Herrschaftsapparat, die eigene Welt nach eigenem Willen zu gestalten, ohne dabei die Interessen anderer Menschen und Gemeinschaften ausbeutend zu berühren.

Im Gegenteil, aus der heutigen Mangelwirtschaft, die die Gier noch vertieft, weil sie auf unbewusster Gier beruht, wird dann ein Wirtschaften aus der Fülle heraus. Weil dann jeder genug hat. Und immer mehr, als er braucht. Ich denke, diese Aussicht ist eine Revolution des Denkens auf der Welt wert. Es wird dafür keinen Anführer geben, der den Menschen zuruft: „Mir nach Canallien!“iv Jeder muss und kann sich nur allein selbst dafür entscheiden, die Herrschaft über sich und seine eigene Welt zu übernehmen. Inbegriffen ist dabei – das sollte auf diesem Weg jedem bewusst sein – die VOLLE Verantwortung für das eigene Leben und Erleben.

Diskokugel abb77

Abbildung 77: In Vielem beherrscht der Mensch schon die Natur. Er lernte von ihr, um sein Leben zu verbessern. Die Beherrschung der eigenen Natur ist nur der nächste Schritt auf der Entwicklungsleiter.

Was Selbstbeherrschung ist, weiß jeder Mensch selbst. Allerdings gibt es dazu auch schon viele Wissensgebiete, die geeignet sind, die Selbstbeherrschung zu erlernen. Dazu gehört in jedem Fall eine sportlich vielseitige Betätigung. Es gibt auch schon Schulen, wo man bewusstes Essen lernt, bewusstes Einkaufen, bewusste Lebensführung, wo man ein Bewusstsein für seinen Körper und seine Gesunderhaltung erlangen kann. Vieles davon ist erst in den Anfängen, zeigt aber, dass hier ein neuer Prozess beginnt.

Wer mehr über meine praktischen Erfahrungen mit der Selbst- und Weltbeherrschung erfahren möchte, kann das durch einige meiner Bücher tun, zum Beispiel „Das Geheimnis der Pumpenfee“, „Dualität und Religion“, „Magie der Harmonie“, „Herrscher des Universums“, „Warum? Darum! – Kleine bebilderte Nachdenklichkeit über Alles und Nichts“ (E-Books bei Amazon). Das Thema der bewussten Anwendung der Selbst- und Weltbeherrschung wird mich auch in einem neuen Praxis-Buch beschäftigen, wo ich demnächst meine praktischen Methoden der bewussten Problemauslöschung und individuellen Umwelt-Veränderung darlege. Doch da das Allwissen in jedem ist, kann jeder für sich selbst seinen Herrscherweg finden.

Die Welt hat heute schon vieles gemeinsam, zum Beispiel die Uhrzeit, die Sommer- und Winterzeit, den Kalender, Maße und Gewichte, globale Handels-, Sport-, Kultur-, Politik-Beziehungen. Coca-Cola-Flaschen sind überall zu finden. Die englische Sprache wird vielfach als Einheitssprache akzeptiert. Das Internet darf ich natürlich als allverbindendes Element nicht vergessen. Ein wichtiger Schritt der neuen Globalisierung erscheint mir die weltweite Vereinheitlichung des Schulsystems und der Bildungsinhalte.

Ich schlage als Anregung einige fundamental-allgemeinbildenden Fächer vor. Diese könnten von einer internationalen Arbeitsgruppe inhaltlich definiert werden:

  1. Allgemeinbildung/Sprache – als Substanzbildung, wie in diesem Buch dargelegt, Entdifferenzieren der Babelschen Sprach-Zerstreuung,  sicherlich ein Mehr-Generationenwerk

  2. Logik – nicht nur, aber auch Anfänge der Grammatik und Mathematik in ihrem jeweiligen inneren Aufbau; Technik, Konstruktion, Computer

  3. Kunst im heutigen Sinne – zunächst eine Vielzahl von künstlerischer, kreativer Aktivität, Musik, Gesang, stoffliches Gestalten, Theater, Tanz, etc.

  4. Esoterik, Religion – Öffnen des Kanals zum Intuitiven und Unterbewussten

  5. Philosophie/Psychologie – jeder Mensch muss schon früh geschult sein, das Denken sowohl auf die Welt als auch auf sich selbst zu richten und Beziehungen zwischen Innen und Außen herzustellen. Dadurch wird der tiefste Teil des Gehirns jung erhalten

  6. Körperbeherrschung – Selbstbeherrschung, Sport, Yoga, Kampftechnik, Zusammenhänge zwischen eigener Körperfunktion und biologischen, chemischen und physiologischen Prozessen, Anatomie

  7. Regionalkunde – die Sprache der eigenen Region, Kultur, Tradition

Wenn schon eine Arbeitsgruppe zusammensitzt und sich Gedanken macht um fundamentale Bildung für alle, dann wäre es nicht verkehrt, wenn die Leute auch gleich ein fundamentales Ziel für alle festlegten, dass den Menschen gerecht wird. Natürlich geht es nicht um mehr Wachstum, mehr Wohlstand, mehr Hamsterlaufräder. Es geht um das oberste Ziel der Politik und des Bestrebens jedes einzelnen: Die Selbst-Bewusst-Werdung und wenn irgend möglich, Selbst-Beherrschung.

i Baranovskyy, Uta: Dualität und Religion, Ebook bei Amazon, 2012

 

ii Wikiedia: Erkenntnis, Version 7.9.2013, 19.22 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Erkenntnis&oldid=120895636

 

iii Wikipedia: Idee, Version 7.9. 2013, 19.33 Uhr,

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Idee&oldid=122159623

 

iv Wikipedia: „Mir nach Canaillen!“, Version 7.9.2013, 19.45 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mir_nach,_Canaillen!&oldid=114987360

 

 

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