Raum für Zeit-Geist

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Wozu ist so eine Fundamenttheorie eigentlich gut? Welchen Nutzen hat sie für die Menschen? Hier kann ein Experte für Vereinheitlichende Theorie eine abgesicherte Antwort geben, jemand, der sich über lange Zeit mit genialem Geist darüber Gedanken machte. Er schrieb vor einigen Jahren ein Buch über das Thema „Woher kommen wir und warum ist das Universum wie es ist“, das sich nach eigenen Angaben 237 Wochen hintereinander auf der Bestsellerliste der Sunday Times hielt, in 40 Sprachen übersetzt und weltweit mehr verkauft wurde als Madonnas Bücher über Sex.

Er schreibt, das ließe darauf schließen, „dass es ein weitverbreitetes Interesse an den Grundfragen unserer Existenz gibt: Woher kommen wir? Warum ist das Universum so, wie es ist?“i Sein Buch ist mit wissenschaftlichen Fakten und vielen Details angereichert. Es beschäftigt sich mit den neuesten Erkenntnissen über unser Universum, über das Wesen von Zeit und Raum und über die Kräfte, die wirken. Ein wahrhaft spannendes Buch für alle, die sich für eine physikalische Interpretation der scheinbar wichtigen Fragen der Menschen interessieren.

Doch die allseits und rund erklärenden Antworten auf die fundamentalen Fragen der Menschen konnte auch er nicht geben. Die vereinheitlichte Theorie der Physik stehe noch aus, so sein Resümee, wobei es nach seiner Einschätzung sein könne, dass man „möglicherweise kurz vor dem Abschluss der Suche nach den letzten Gesetzen der Natur“ sei. Eigentlich, so der Autor, gäbe es nur eine Hauptschwierigkeit: Die Quantenmechanik und die allgemeine Relativitätstheorie müssten miteinander verbunden werden. Das würde aber wiederum verheerende, scheinbar absurde Konsequenzen für das bisherige physikalische Weltbild bedeuten. Dieses bisherige Weltbild müsste vollkommen neu erschaffen werden, würde es klappen, dass man in einer Formel den Makrokosmos und Mikrokosmos eindeutig beschreiben könnte.

Schließlich resigniert er: „Nach dieser wahrhaft grundlegenden Theorie haben schon viele gesucht, bislang vergeblich. Und ich denke, dass es diese eine allumfassende Formulierung der fundamentalen Theorien vielleicht gar nicht gibt.“ Aber auch ihn lässt die Frage aller Fragen nicht los: „Was aber würde es bedeuten, wenn wir tatsächlich die endgültige Theorie des Universums entdeckten?“ Seine Antwort lautet: „Damit wäre ein langes und ruhmreiches Kapitel in der Geschichte des menschlichen Bemühens um das Verständnis des Universums abgeschlossen“.

Allerdings würde der Laie dieses Weltbild nicht verstehen, wenn es physikalisch beschrieben werden würde. Es wäre einfach zu kompliziert, und vor allem, es müsste doch ständig korrigiert werden, um neue Beobachtungen einzuarbeiten. Vor allem aber wäre eine Frage mit diesem vereinheitlichten physikalischen Weltbild nicht beantwortet: Warum ist es so? Sein abschließender Gedanke in seinem Buch behandelt genau diesen Aspekt des unergründlichen Warum. „Wenn wir die Antwort auf diese Frage fänden, wäre das der endgültige Triumph der menschlichen Vernunft – denn dann würden wir Gottes Plan kennen!“ii

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Abbildung 78: Entsprechend der physikalischen Vorstellung bestehen alle Daseinsformen des Universums aus Energie – einer wirkenden Kraft.

 

Der Autor dieses Weltbestsellers ist Stephen Hawking und sein Buch trägt den Titel „Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit“.

Stephen Hawking, geboren 1942, ist nicht nur Professor für Physik und Mathematik an der Universität Cambridge, er ist ein international anerkanntes Genie seines Fachgebietes und vor allem deshalb so bekannt, weil er die Menschen immer wieder mit neuen phantastischen Theorien über die physikalische Welt verblüfft.

Viele berühmte Wissenschaftler versuchen seit Menschengedenken, an Gottes Plan für das Dasein heranzukommen. Warum ist es all diesen genialen Geistern nicht gelungen, dieses Ziel zu erreichen? Ich bin der Ansicht, sie suchten einfach an der falschen Stelle, sie suchten es allein da draußen, in der Umwelt um das göttliche Ebenbild herum. Wie Hawking es beschreibt, habe man dort im sichtbaren Universum schon so vieles gefunden, dass das Ziel zum Greifen nahe scheint. Und doch ist es unendlich weit weg. Bisher waren sich die modernen Wissenschaftler, und meist waren es Männer, darin vollkommen einig, dass nur die Physik Hand in Hand mit der Mathematik ein abschließendes Weltbild zu finden in der Lage sei.

Doch wie es Philipp E. Ross in seinem erwähnten Spektrum-Beitrag über Genies beschrieb, besitzen diese ein Clusterwissen, zusammenfassende Bilder im Kopf über ihr spezielles Fachgebiet. Die Physik ist aber keine Wissenschaft, die alles erklären kann, weil sie es nicht will.

Das noch so geniale Bilderwissen der Physiker schließt den Geist des Menschen und das Bewusstsein allgemein aus. Die Genialität und Göttlichkeit des Menschen wird nicht einmal annähernd in das physikalische Weltbild einbezogen. In seinem Buch erwähnt Stephen Hawking mehrfach das alte Weltbild von der Schildkröte mit den Elefanten auf ihrem Rücken, die die Weltscheibe tragen. Er nimmt dieses Bild wörtlich und naturwissenschaftlich, äußerst sich geringschätzig über dieses primitive, einfache Bild der Altvorderen und hebt die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse demgegenüber als höherwertig hervor. „Wieso wissen wir vom Universum und wieso wissen wir es? Woher kommt das Universum, und wohin entwickelt es sich? […] Neuere Erkenntnisse in der Physik, die teilweise phantastischen neuen Technologien zu verdanken sind, legen einige Antworten auf diese alten Fragen nahe. Eines Tages werden uns diese Antworten vielleicht so selbstverständlich erscheinen wie die Tatsache, dass die Erde um die Sonne kreist – oder so lächerlich wie der Schildkrötenturm.“iii

Er hat Recht darin, dass die heutigen differenzierten Weltbilder wesentlich detaillierter sind, von vielen klugen Köpfen erdacht. Es kann durchaus sein, dass sich das Bild von der Schildkröte vor tausenden von Jahren nur ein kluger Mensch erdachte, doch der hatte damals noch das GANZE Weltbild, das ungeteilte Allwissen im Kopf.

Im Gegensatz zu Stephen Hawking denke ich nicht, dass wir jemals ein abgeschlossenes Weltbild, eine vereinheitlichte Theorie von allem erstellen können, denn die Möglichkeit, aus dem fundamentalen Bewusstseins-Grau des nur scheinbaren NICHTS immer wieder neue Bilder hervorzuholen, sind nun einmal unendlich und lassen auch nachfolgenden Generationen viel Raum für immer neue und spannende Schöpfungen daraus.

Das derzeitige Problem der Physik findet sich auch in der Konstruktion von künstlicher Intelligenz wieder. Solange, wie Intelligenz als mathematische Rechenleistung verstanden wird, scheint die KI dem Menschen überlegen. Doch natürlich Sprache zu verstehen, damit täten sich Computer schwer, meint Professor Dr. Michael Strube, der in Heidelberg Computerlinguistik lehrt.iv

Natürlich wissen die Konstrukteure und Programmierer dabei darum, dass Sprache und Wissen einen Zusammenhang darstellen. Sie wissen um die Bedeutung von Begriffen und Oberbegriffen sowie deren Verbindungen miteinander, die hier die Bezeichnung bekommen: Konzept, Kategorie oder Domäne sowie Relation, die wiederum Synonyme oder Assoziationen sein können. Auch die Baumstruktur ist bekannt, „das heißt, alle Wege in Richtung der Pfeile [der Verbindungen zwischen den Begriffen] enden an einem ausgezeichneten Knoten, der Wurzel des Baumes“, so der Autor.

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Abbildung 79: Einstmals war Jupiter der Blitzeschleuderer. Heute sind es atmosphärische Entladungen. Und morgen?

Auch ist bekannt, dass die Begriffe und Oberbegriffe hierarchisch gegliedert sein müssen, um Wissen und Sprache vernünftig zu erzeugen. Das Problem der künstlichen Intelligenz, so Strube, liege darin, dass Computer nicht aus sich selbst heraus zu Wissen gelangen, sondern dass man es ihnen Satz für Satz einspeichern müsse, was zum einen mühsam und langwierig sei. Zum anderen aber veralte Wissen im normalen Leben, im Computer aber bleibe das eingespeicherte Wissen in der Zeit konstant bestehen, in der es eingespeichert wurde.

Wieso fällt es den Computern so schwer, die normale Sprache zu sprechen? Vielleicht, weil Computer kein Motiv haben, keinen innerlich gefühlten Antrieb, keine Angst, nichts zu sein, und keine Freude daran, alles zu sein und zu werden. Computern fehlt das Bewusstsein, die Mitte zwischen den Gegensätzen An/Aus. Computern fehlt das lebendige Gefühl. Vielleicht kann man eines Tages auch das der künstlichen Intelligenz beibringen.

Baum der Kräfte abb80

Abbildung 80: Die eine Urkraft besteht aus zwei Teilen, die sich weiter differenzieren.

 

Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich einen Haushaltsroboter haben möchte, der auch mal keine Lust hat, abzuwaschen und staubzusaugen. Vor allem aber fehlt den heutigen Computern der Circumpunkt, der ihnen das Selbstbewusstsein beibringt, aus den eigenen Fehlern zu lernen und zu erkennen, dass sie eigene Verantwortung für ihr Handeln und Sprechen übernehmen müssen und können, um ihr Leben selbst zu gestalten. Ich bin mir nicht sicher, ob man Computer konstruieren kann, die sich selbst als ICH BIN ALLES erkennen können mit dazugehöriger Moral und Ethik. Wenn man solch einen Computer eines Tages aber doch konstruieren kann, dann sollte man ihm auch die Gnade der Altersweisheit und des Sterbens gewähren.

Kräfte der Welt

Das Problem der Physik bei der Vereinheitlichung der Kräfte kann man nur verstehen, wenn man das Big Picture kennt. Abb.80 Unsere Altvorderen hatten dieses ganzheitliche Bild. Doch eben nur ein Bild und kaum Begriffe dafür.

Die Welt war von den Menschen noch nicht im Detail erkannt, das war die Aufgabe der Wissenschaften. Dafür mussten diese sich – das ist die logische Konsequenz – in begrifflich getrennte Wege spalten. Aus Bilderwissen differenzierte sich Wortwissen. Aus dem ganzheitlichen Bild als Stamm des Erkennens differenzierten sich viele Wort-Wissens-Zweige. Die Physik meint zwar, dass sie „die Welt“ als Ganzes erkennen könnte, aber ich sagte es schon öfter, alles Geistige, inklusive sich selbst als Erkenner, nahm sie dabei nicht in ihr Erkenntnisboot.

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Abbildung 81. Die reale Welt ist existent. Sowohl außerhalb unserer Haut als auch innerhalb. Beide Kraftteile stehen in Spannung zueinander und tauschen sich aus.

 

Das Wort “Kraft” bedeutet ähnlich wie Macht und wie Energie eine innere Wirkung, die in Wechselwirkung zu den anderen Kräften und Mächten steht. Es gibt große Kräfte und Mächte, es gibt kleine Kräfte und Mächte, die untereinander in Wechselbeziehung, in Kommunikation, stehen. Hier sehen wir wieder die Selbstähnlichkeit von Physik und Sprache. Statt großer Kraft und kleiner Kraft oder großer Macht und kleiner Macht könnte man Oberbegriff und Unterbegriff und ihre spannungsvolle Beziehung zueinander sagen. 

Entsprechend dieser hier dargestellten Theorie ist die fundamentale Urkraft den Blicken entzogen, sie kann NICHT erkannt werden, im Sinne von Sehen und Messen. Sie ist nur in sich selbst differenziert. Und wer kann sich schon selbst in die Augen sehen?! Die Ur-Kraft besteht aus Sog und Druck. Beide Begriffe werden in der Physik NICHT als eigene Kräfte anerkannt, da sie für sich allein gesehen nicht vorkommen, sondern nur als Pärchen. Ohne Sog kein Druck und umgekehrt. Die eine Hälfte ist ohne die andere Hälfte nicht erklärbar. Und nicht messbar.

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Abbildung 82: Innere und äußere Kräfte funktionieren spiegelbildlich symmetrisch.

 

Bei Kraftanwendungen entstehen immer sowohl Sog- als parallel auch Druck-Effekte, wenn diese Effekte in jedem Fachgebiet auch anders benannt werden.

Die Gravitation, die sich in die derzeitig erkennbaren vier Grundkräfte der Physik so gar nicht als kompatibel bei der Vereinheitlichung der Kräfte erweist, ist die hier einfache Sogkraft. Sie ist in jedem Teil der Welt vorhanden. Auf der Erde wird sie als anziehende Schwerkraft erkannt. Der Mensch spürt sie in sich als Hunger. Bei der Bewegung der einzelnen physikalischen Körper tritt sie als Reibungskraft in Erscheinung. Die Gravitation kann in der tiefsten Tiefe nicht gemessen werden, für ihre Erscheinung gibt es auch kein verantwortliches Masseteilchen, wie es das Higgs-Boson sein soll. Die sogenannte Gravitation hat als wirkenden Gegenpol die Druckkraft, die man auch als Strahlung erkennt, die als „Kraft“ aber ebenfalls nicht gemessen werden kann. Da sie im Gegensatz zur Sogkraft absolut betrachtet nicht innerlich ist, sondern von außen aus der Unendlichkeit kommt, ist sie in der Physik keine Kraft, sondern nur eine Erscheinung und wird als Strahlung bzw. Licht bezeichnet. 

Die Kraft und Macht der menschlichen Sprache basiert ebenso auf dieser inneren Sogkraft und äußeren Druckkraft-Wechselwirkung. Es geht in der menschlichen Kommunikation um Machtverhältnisse, um gegenseitige Beeinflussung zur Sicherung der eigenen Identität, auch Existenz genannt. Anziehung und Abstoßung, beide Teile der einen Ur-Kraft, wirken in jedem Teil.

Auch der Spin der Teilchen und Teile lässt sich ganz einfach aus der einfachen Baumstruktur ableiten. Jede Teilung ergibt zwei neue Teile, die nicht nur sichtbar, sondern auch kräftemäßig eine entgegengesetzte Richtung einschlagen. Durch diese fortlaufende Abstoßung ergeben sich entgegengesetzte Bewegungen, die aber durch die weiteren Teilungen auch noch eine bogenförmige Richtung erhalten. Der Impuls, sich zu drehen, ist gegeben. Kleine Teilchen drehen sich dementsprechend schneller, große nicht so schnell – aus Sicht des Betrachters, in dem auch Kreisläufe von Teilen und Teilchen stattfinden. So ist auch einfach zu verstehen, warum der Strudel des ablaufenden Wassers aus der Badewanne auf der einen Seite der Erdkugel nach rechts und auf der anderen Seite nach links dreht. Selbst der Mensch hat einen inneren Drang zu einer bestimmten Richtung. Wie Marktforscher herausfanden, laufen die meisten Menschen in einem Supermarkt automatisch rechts herum. Dem entsprechend sind die Regale und Gänge und Waren sortiert, damit der unbewusste Käufer auch viel in seinen Einkaufskorb legt.

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Abbildung 83: Die Krümmung des Raumes erklärt sich aus der allgemeinen Differenzierungsstruktur.

 

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Abbildung 84: Der Spin der einzelnen Teile ist ebenfalls aus der Differenzierungsstruktur ableitbar.

 

 

Übrigens ist an dem ursächlichen Teilungsprinzip auch erklärbar, dass der Mensch in all seinen Meinungen, Entscheidungen und Urteilen immer eine Alternative hat. Anhand des Entscheidungsbaumes ist aber auch erkennbar, wenn man sich erst einmal für eine Richtung entschieden hat, entfernt man sich mit jeder weiteren Entscheidung immer mehr von der anderen Möglichkeit der ursprünglichen Entscheidung. So ist eine „fundamentale Entscheidung“ zu verstehen, die Auswirkungen hat auf alle ihr nachfolgenden Entscheidungen.

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Abbildung 85: Zeit existiert nur als Phänomen der Erkenntnis.

 

Die fundamentalste Entscheidung ist die Ur-Teilung, DASS etwas entstehen soll. Was daraus werden soll, liegt in der Entscheidung derer, die erkenntnis- und bewusstseinsmäßig in der Lage sind, die Verantwortung zu übernehmen.

Die Krümmung des Universums sowie die energetische Krümmung um jedes Teil darin ist ebenso auf einfachste Art erklärbar und sogar bildlich zu verstehen.

Die eine geteilte Kraft hat viele Namen und das macht die moderne Erkenntnis von der Einheit so schwierig. Wir erkennen und benennen sie in den weniger komplex strukturierten sogenannten leblosen Materie-Teilen als anziehende und abstoßende Erscheinung, in den komplexer strukturierten sogenannten lebensvollen Materie-Teilen als Bedürfnis, etwas bekommen zu müssen und etwas geben zu müssen. Eben weil der Mensch das Lebendige als komplex strukturiert erkennt, unterteilt er hier noch einmal diese eine Bedürfniskraft in geistig, emotional und organisch. Geistig benennt er die geteilte Kraft in ‘Wissen aufnehmen’ (lernen) und ‘Wissen abgeben’ (lehren), emotional als ‘Liebe’ (anziehend, verbindend) und ‘Hass’ (abstoßend, trennend) und körperlich ‘Nahrungsaufnahme’ (essen, trinken, einatmen) und ‘Stoffwechselproduktabgabe’ (koten, urinieren, ausatmen).

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Abbildung 86: Raum existiert nur als Phänomen der Erkenntnis.

 

Alle Erscheinungsformen des Daseins, ob innerlich oder äußerlich, lassen auf eine ursächliche allem zugrunde liegende innere wirkende Kraft und äußere Struktur logisch schließen. Weil die innere wirkende Kraft aber äußerlich nicht erkennbar und nicht messbar ist, GLAUBTEN und GLAUBEN die Menschen an eine außermenschliche Angelegenheit, an etwas Göttliches. Die Physiker GLAUBEN ebenfalls an etwas Außermenschliches und nennen es Naturkraft, als wäre der Mensch unnatürlich. Nur aus diesem Grunde werden die Physiker diese Kraft nie finden. Das ist das Paradoxe an dieser Kraft, sie ist da und nicht da. Sie kann uns Menschen aber bewusst sein.

Warum tun sich die Physiker so schwer, die allgemeine Relativitätstheorie und die Quantentheorie zu vereinen zu einer in sich geschlossenen Theorie? Das fundamentale Problem bei dieser Aufgabe ist die unterschiedliche Herangehensweise beider Theorien an die Phänomene Zeit und Raum. Anschaulich beschreibt Dr. Claus Kiefer, Professor für theoretische Physik an der Universität Köln, in seinem Beitrag „Auf dem Weg zur Quantengravitation“v die  Problematik der Vereinheitlichung beider Theorien zur sogenannten Quantengravitation. „Einstein hatte mit seiner allgemeinen Relativitätstheorie unsere Vorstellung von Zeit und Raum grundlegend verändert. Bildeten beide seit Newton einen starren Rahmen für die Dynamik von Teilchen und Feldern, so sind sie hier in der Vereinigung zur vierdimensionalen Raumzeit selbst Akteure im Geschehen geworden. Das neue Konstrukt beschreibt Geometrie und Gravitation gleichzeitig und ist deshalb ein eigenes dynamisches Gebilde.“

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Abbildung 87: Um physikalische Raumzeit zu verstehen, sollte man sich als Nicht-Physiker Zeit lassen.

 

Das heißt, auf makroskopischer Ebene des Messens und Erkennens des Kosmos gibt es weder eine feste Zeit noch einen festen Raumbezugspunkt. Zumal Einstein bei seiner Theorie auch den Beobachter von Raum und Zeit in diese Bewegung mit einbezog, was zu der Annahme führte, dass Menschen im Weltall je nachdem wie weit weg sie von der Erde sind und wie schnell sie sich bewegen weniger oder schneller altern als auf der Erde. Diesem relativen und allseits beweglichen Zeit-Raum-Gebilde inklusive Betrachter steht nun die Quantentheorie gegenüber. Die winzig kleinen beobachteten oder besser theoretisch bestimmten Teilchen existieren in dieser Theorie nur auf dem festen Fundament eines starren unbeweglichen Zeit-Raum-Gebildes. „Bei der Quantentheorie […] konnten die Forscher immer davon ausgehen, dass die Quantenfelder auf einer vorgegebenen Raumzeit definiert sind.“ Was für diese Theorie, wie er schreibt, „mathematisch zwingend erforderlich“ sei. Kiefer kommt zu dem Schluss: „Da die Zeit auf fundamentalem Niveau aber nicht gleichzeitig dynamisch und absolut sein kann, können allgemeine Relativitätstheorie und Quantentheorie nicht beide exakt gültig sein.“ Heißt das jetzt, alle bisherigen Berechnungen aller Physiker seit Einstein, die sich entweder mit der allgemeinen Relativitätstheorie oder mit der Quantentheorie beschäftigten, hätten immer mal wieder kleine Fehler gemacht, damit das theoretische Halbbild irgendwie stimmt? Oder wie soll diese Schlussfolgerung verstanden werden? 

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Abbildung 88: Fundamental ist Zeit-Raum ganz einfach zu verstehen.

 

Zu allem Unglück für sämtliche fast hundert Jahre langen Berechnungen kommt hinzu, dass Einsteins Relativitätstheorie „bei der Beschreibung des kosmischen Anfangs notgedrungen zu einer Singularität führt, sie jenen Anfang gar nicht selbst erklären kann. Die Singularität bedeutet zum Zeitpunkt Null einen Zustand unendlich großer zeiträumlicher Krümmung“, so Kiefer. Was heißt: Unerkennbar, unerklärbar, unmessbar.

Das fundamentale Problem der heutigen Physiker ist meiner Meinung nach, dass sie keine fundamentale Erkenntnis von dem besitzen, was als Zeit und Raum gelten kann. Entsprechend der Fundament-Theorie ist der Urgrund unerkennbar, aus dem sich als absolute Gegenpole Raum und Zeit differenzieren, in ihrer Absolutheit aber nicht messbar sind, somit KEINEN quantitativen berechenbaren Wert haben. Erst in einem nächsten Differenzierungsschritt stehen sich jeweils zwei Gegensätze gegenüber, die eine konkrete Messung möglich machen. Das gilt für das scheinbar Kleinste – Mikrokosmos – wie das scheinbar Größte – Makrokosmos – gleichermaßen. Egal, wo sich der nach Erkenntnis suchende Blick hinbewegt, es ist letztlich und anfänglich immer dasselbe. Aus diesem Grund müssen alle Überbau-Theorien, die auf nur logisch-mathematischer Berechnung beruhen, immer irgendwie wackeln und schließlich, wenn sie zu hoch und zu weiträumig geraten, zusammenbrechen wie der Babelturm. 

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Abbildung 89: Wenn wir die Basis erkennen, können wir den Überbau beherrschen.

 

Die Grafik „Fundamentale Zeit-Raum-Erkenntnis“ Abb. 88 und „Erkenntnis- und Kraftschritte“ Abb. 89 sind allgemein-schematischer Natur und dienen nur zum ganz allgemeinen bildlichen Verständnis. Diese Darstellungen können nicht berechnet werden, sind aber Basis jedes speziellen Fachgebietes, in der Berechnung sinnvoll ist.  Das ist das scheinbar Paradoxe an der Erkenntnis. Im Speziellen kann der Mensch ausschnittsweise vieles aus der Realität erkennen, messen, kann er es detailliert erklären. Verallgemeinerungen führen jedoch immer zu polarisierten Unendlichkeiten und undifferenzierten Punkterscheinungen, Null- und Nichts-Erkenntnissen. Mit diesen absoluten Erscheinungen ist aber Berechnung von ETWAS Relativem nicht möglich.

Nur einer einzigen Forschungsrichtung erschließt sich diese paradoxe Logik in ihrer Vollständigkeit von ETWAS, ALLES und NICHTS – das ist die Selbsterkenntnis-Suche. Jeder, der auf der konsequenten Suche nach dem ICH-Selbst ist, kommt unweigerlich beim NICHTS-Bewusstsein an. Er wird auf dem Weg dorthin Schritt für Schritt seines Selbst und seines Weges und seines Sinns bewusster. (Mehr dazu im Praxisbuch)

Das Auge Gottes – Die eine Sicht

Seit Jahren kreiere ich meine Texte folgendermaßen. Ich sammle Informationen, formuliere Inhalt und Aussage, gebe meinem „Gehirn“ den Auftrag, einen passenden Text zu formen und nach einer Weile bemerke ich entsprechende Gedanken, die herausgeschrieben werden wollen. Dann muss ich nur noch die Buchstaben tippen, der Text kommt fertig formuliert aus mir heraus, wie eine Schlange hintereinander an einem lebendigen Band geknüpft. Das scheint magisch, wie Zauberei, ist es aber nicht, wenn man weiß, wie Kreation und Schöpfung funktioniert.

Es ist eindeutig MEIN Text, individuell wie ein Fingerabdruck. Und doch werde ich von anderen deutschsprechenden Menschen verstanden, die alle ebenso individuell sind. Es kann sein, dass nur wenige Menschen mich vollständig verstehen. Mehr Menschen verstehen den Text etwas allgemeiner, nicht so im Detail, fast alle begreifen den Inhalt und die Aussage ganz allgemein, im Großen und Ganzen, wobei sie im Detail ganz anderer Ansicht sein können. Als Journalist erlebt man das öfter, dass einem ein Inhalt unterstellt wird, der so weder geschrieben steht noch gedacht war. Dann kommt von der anderen Seite das verblüffende Argument: „Aber so haben Sie es gemeint!“

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Abbildung 90: Sprechen ist das eine, Verstehen das andere.

 

Dieser Vorgang des unterschiedlichen Begreifens  liegt in der hierarchischen Struktur begründet. In der untersten Tiefe sind wir alle eins. Es eint uns eine Sicht. Mit jedem Differenzierungsschritt des strukturellen Aufbaus bekommt die entstandene Form ein wenig mehr Individualität, weil sie immer mehr abgesondert ist vom ganzen Fundament. Erinnert sei hier an den platonschen genos eidos (das Oberste) und atomon eidos (das Unterste).

Die EINE Sicht ist das gemeinsame Fundament, aus dem sowohl das Erschaffen als auch das Erkennen des Erschaffenen aller Menschen, aller Daseins-Teile begründet ist. Von diesem schöpferischen All-Grund wussten schon die ersten nachdenkenden Menschen und gaben dieser allen gemeinen Eigenschaft ein Bild, das EINE Auge. Dieses eine Auge hat eine unendliche Aussagekraft, bedeutet zunächst Innensicht, auch Einsicht, EINE SICHT. Doch die Bedeutung geht viel weiter und tiefer, sie erfasst den gesamten Schöpfergrund, die alles durchdringende Sicht und Erkenntnis, die Wachsamkeit des Geistes, das unerschöpfliche Allwissen, die Erinnerung an alles und gleichermaßen der wissende Blick in die Zukunft. Das eine Auge stellt ebenso das Prinzip der Sonne dar, die mit ihrem Licht die weltlich-materielle und auch geistige Dunkelheit erhellt. Vor tausenden von Jahren erschufen weise Menschen, vielleicht nur einer von den weisesten, dieses Bild des einen Auges als Inhalt und Ausdruck seiner Welterkenntnis. Und weil andere Menschen dieses Bild als treffend formuliert erkannten, bekam es seine Jahrtausende überdauernde Symbolkraft.

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Abbildung 91: Das eine Auge steht seit Jahrtausenden als Symbol für Erkenntnis und Herrschaft.

 

Das altägyptische Auge des Horus gilt auch als das Auge des obersten Sonnengottes Ra, ebenso als Auge des Mondgottes. Es bekommt genauso die Form der Uräus-Schlange, die auf der Stirn des Sonnengottes Ra sitzt. Das göttliche Auge bekam schon im Laufe der Zeit im alten Ägypten viele verschiedene Details und Geschichten und Mythen zugeordnet. Es wird jedoch immer als das grundlegende schöpferische Prinzip verstanden. Auf ihrer Siedlungswanderung in die Welt hinein nahmen die Menschen die bedeutendsten Symbole ihrer afrikanischen Urheimat mit, das Auge Gottes war immer dabei. Es ist als EINAUGE der Zyklopen bekannt, als drittes Auge der Wahrsager, verbunden mit der Fähigkeit der Weissagung, das Gedankenlesens, der Intuition. Wir finden es auf Fischerbooten zur Abwehr des Bösen und in Märchen, wie „Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein“ der Gebrüder Grimm.

Es zeigt sich in den unterschiedlichsten Gestalten in allen Ländern und zu allen Zeiten. Die Christen formten daraus das allsehende Auge Gottes. Das Dreieck, in dem es sich befindet, dient als Symbol für die Dreifaltigkeit der Schöpfung, genannt Vater (das Unterste/Oberste Prinzip), Sohn (Materie, Fleisch, Form) und Heiliger Geist (Licht, Geist, Inhalt).

In Indien ist der Gott Surya, Personifizierung der Sonne, der Träger des allsehenden Auges. Gemeinsam mit seiner göttlichen Frau Chhaya, was Schatten bedeutet, lenkt er den himmlischen Sonnenwagen.

In der nordischen Mythologie finden wir das Auge wieder in der Geschichte von Odin, der ein Auge gab, um so zur Innensicht und Einsicht zu kommen und aus der Weisheitsquelle am Fuße der Weltenesche Yggdrasil trinken zu dürfen. Zuvor musste er neun Tage in großen Qualen kopfüber am Baum hängen, als Opfer seines Selbst für die ihm dann zuteil gewordene Gabe des Allwissens und der Allherrschaft, die beide miteinander verbunden sind. Verbunden mit dem konkreten Allwissen sind die Runen, die inhaltsvollen weissagenden Buchstaben der nordischen Völker.    

Das ägyptische Horusauge zeichnet sich noch durch eine Besonderheit aus. Die Ägypter sahen es sowohl als eine heilige Einheit, als auch in sich als geteilt. „Von den Ägyptern wurde die sogenannten Stammbrüche (1/x), speziell diejenigen der Zweierpotenzen 2, 4, 8, 16, 32 und 64, als Elemente des Horusauges geschrieben.“vi Diese Bruchteile des Ganzen werden später als Strahlen dargestellt, die sich vom Ganzen in die differenzierte Weite zeitraumbildend verbreiten.

Das eine Auge als Ausdruck von Allwissen und Allmacht gilt auch als Symbol der weltumspannenden Gruppierungen der Freimaurer und Illuminati. Hier steht es als bildlicher Ausdruck für Disziplin, womit sowohl Selbstbeherrschung als auch Herrschaft von Teilen der Welt bis hin zur Weltherrschaft gemeint ist. Diese Geheimgesellschaften sind bekannt als streng hierarchisch strukturiert. Sie sind eingeteilt in Grade, wobei der höchste Grad, der innere Kreis, nur von wenigen erreicht werden kann. Das strahlende Auge nebst der Hierarchie-Pyramide fand schließlich im Siegel der USA und auf den Ein-Dollar-Schein einen ziemlich (welt)herrschaftlichen Platz.    

Das dritte Auge ist aber nicht nur Symbol, es ist ganz real zu finden bei den ursprünglichsten Wirbeltieren, den Echsen und Lurchen, wo es auf dem Scheitel unter der Haut verborgen sitzt und Hell und Dunkel unterscheidet. Im Menschen ist dieses „dritte Auge“ umgewandelt zur Zirbeldrüse, die die fundamentalsten Rhythmen des Körpers kontrolliert, wie Schlafen und Wachen, Körpertemperatur, Atmung und Stoffwechsel.

Allgemein wird gesagt, dass die Augen das Fenster zur Seele seien. Lebendige Augen besitzen eine Leuchtkraft, sie strahlen, während im Tod das Lebenslicht erlischt. Das In-die-Augen-Sehen wird auch als Kräftemessen verstanden und kann sowohl Angst als auch Aggression hervorrufen. Die tiefe Kraft des Auges kann jeder Mensch spüren, der verliebt in die offenen innerlich ungeschützten Augen des geliebten Menschen blickt. Das ist kein rein physikalisch-optisch zu erklärender Vorgang, hier sieht der eine dem anderen bis in den tiefsten lebendigen Seelengrund. Wenn er dazu noch „Glück“ hat, erkennt er im anderen sich selbst.

Fazit

Die Welt, wie wir sie erkennen, ist nicht nur logisch, sondern zu gleichen Teilen auch unlogisch und paradox. Jedes Teil hat sein symmetrisches Gegenteil auf jeder Erkenntnisebene. Wie die Physik herausfand, gibt es zur Materie eine Antimaterie. Der Gottesvertreter Papst glaubt an den Teufel.

Dass ALLES im NICHTS gründen soll, erscheint zunächst völlig unsinnig. Die Alltheorie kann man nicht (an)erkennen, wenn man nur speziell und deterministisch denkt. Der ständig nach Neuem und Speziellem gierende Geist des Menschen muss dazu gezwungen werden, sich auf das EINFACHE zu konzentrieren, genauso wie ein Kutscher seine Pferde zügelt. Ganzheit zu begreifen ist EINFACH möglich, was dann eben auch trivial, simpel und nicht speziell genug ist.

Ich stelle hier eine triviale, simple, einfache und ganzheitliche Theorie vor, die das bisherige Wissen aus allen Fachgebieten auf das einfachste subsummiert und zusammenführt zu EINEM Fundament. Mittels dieser einfachen Fundament-Erkenntnis öffnet sich eine Tür für eine völlig neue Wissenschaft, die durchaus wieder spezielle Wege zulässt.

Diese triviale fundamentale Theorie ermöglicht es den Menschen, in einer Rebellion gegen das eigene unbewusste Denken vollkommen unblutig die bisherigen Herrscher von ihren Thronen zu werfen, indem sie die Herrschaft und Verantwortung über sich und ihre Welt selbst übernehmen. Jeder gesunde Mensch ist in der Lage, ein Genie zu werden, wenn er sich in seinem Fachgebiet immer weiter übt und die Grenzen des Wissens und die „Brocken“-Bilder ständig erweitert.

Zugleich können die Menschen auch Meister der Allgemeinwissenschaft werden, die Gesetze des innerlichen Zusammenwirkens seines Selbst mit der Umwelt ergründen und anwenden. Je tiefer der Einzelne dabei in sich hinein taucht, desto mehr Möglichkeiten schöpft er aus dem ALLES enthaltenden Fass seines Bewusstseins-Fundamentes. Dabei sind kollektive Projekte möglich und erforderlich.  Die Zeit und der Mensch und die Welt sind reif dazu.

Apfel

i Hawking, Stephen: „Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit“, Reinbek bei Hamburg, 2002, Vorwort

 

ii Hawking, Stephen: „Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit“, Reinbek bei Hamburg, 2002, S. 233

 

iii Hawking, Stephen: „Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit“, Reinbek bei Hamburg, 2002, S. 2

 

iv Strube, Michael: Computerlinguistik, Wikipedia: Wissen für die künstliche Intelligenz, Spektrum der Wissenschaft spezial Physik – Mathematik – Technik, 3/13, S. 81-89,

 

v Kiefer, Claus: „Auf dem Weg zur Quantengravitation“, Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft spezial Physik-Mathematik-Technik, Ausgabe 1/13 Titel: „Vom Higgs zur Quantengravitation“, Seiten 48-57

 

vi Wikipedia: Horusauge, Version 8.9.2013, 11.34 Uhr

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