Die größten Rätsel der Philosophie kommentiert

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Dieses Werk entstand durch Nachdenken über das Selbst, mich als Selbst und meine Welt um mein Selbst herum. Auf meiner Forschungsreise entdeckte ich, dass ich damit nicht allein bin. Dass seit Anbeginn der Menschheit viele Menschen über dieselben Gedanken wie ich nachdachten. Dass sie über dieselben Fragen grübelten. Diese Nachdenker nennt man Philosophen. Durch die menschliche Fähigkeit des Nachdenkens und Forschens entstand die menschliche Welt, wie wir sie heute kennen. Der Mensch hat viel erschaffen mittels seiner menschlichen Fähigkeiten des Denkens, Erkennens, Schlussfolgerns und Handelns. Doch eines ist bisher nicht gefunden worden: Die Antworten auf die fundamentalsten Fragen. Diese bezeichnet man als die größten Rätsel der Philosophie. 

Der Begriff Philosophie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Liebe zur Weisheit, wobei Weisheit wiederum als ein anderer Begriff für Erkenntnis, Begriffsvermögen, Klugheit und Erfahrung gilt.

Philosophie ist keine spezialisierte Wissenschaft, sondern bildet die Basis, um speziellere Wissensermittlung betreiben zu können, nämlich – der Philosoph denkt nach und fragt nach, hoffend, Antworten zu finden, um die Welt  und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen.

Als die ersten Menschen sich so ganz langsam getrennt von ihrer Umwelt erkannten, begannen sie auch nachzudenken über sich und die Welt um sie herum. Weil sie zunächst in allem eine wirkende Kraft erkannten, nannten sie diese Göttin, von der sie glaubten, dass sie allmächtig sei. Erst in der Antike verbreitete sich das systematische und wissenschaftlich orientierte Denken. „Kerngebiete der Philosophie sind die Logik (als die Wissenschaft des folgerichtigen Denkens), die Ethik (als die Wissenschaft des rechten Handelns) und die Metaphysik (als die Wissenschaft der ersten Gründe des Seins und der Wirklichkeit).“i Lange Zeit durchdachten die ersten antiken Philosophen ALLES und machten noch keine Unterschiede in Form von – das ist Philosophie, das ist Wissenschaft. Heute ist das anders und so steht bei Wikipedia dann auch, dass sich die modernen Naturwissenschaften heute nicht mit philosophischen Grundfragen auseinandersetzen müssten. „So untersucht die Biologie zwar die Welt des Lebendigen, sie kann aber nicht bestimmen, was das Wesen des Lebendigen ausmacht, ob und wann lebende Organismen getötet werden dürfen oder welche Rechte und Pflichten das menschliche Leben beinhaltet.

Mit Hilfe von Physik und Mathematik können zwar Naturgesetze ausgedrückt werden, aber die Frage, ob die Natur überhaupt gesetzmäßig aufgebaut ist, kann keine Naturwissenschaft beantworten. Die Rechtswissenschaften untersuchen und legen fest, wann etwas im Einklang mit den Gesetzen geschieht; was aber wünschenswerte Inhalte des Gesetzbuches sein sollten, dies übersteigt ihren Rahmen. Allgemein erhebt sich nicht nur hinsichtlich jeder Einzelwissenschaft, sondern grundsätzlich die Frage, wie wir mit dem daraus gewonnenen Wissen umgehen sollen. Zudem gibt es Probleme, die die Grenzen des Denkens berühren, wie etwa die Frage, ob die in diesem Moment individuell erlebte Wirklichkeit auch tatsächlich existiert. In allen solchen Fällen versagen die Erklärungsmodelle der Einzelwissenschaften.“3

In der europäischen Philosophiegeschichte gelten die beiden Griechen Sokrates (469 – 399 v. Chr.)  und sein Schüler Platon (428-348 v. Chr.) als die Begründer der antiken und modernen Philosophie. Sokrates entwickelte „zur Erlangung von Menschenkenntnis, ethischen Grundsätzen und Weltverstehen […] die philosophische Methode eines strukturierten Dialogs, die er Mäeutik („Hebammenkunst“) nannte.“ii Mit dieser Fragetechnik führte er seine Gesprächspartner in ziemlich ausweglose Situationen, wenn sie schließlich erkannten, dass sie das Wesen der Sache, über die sie sonst viel zu reden wussten, letztlich nicht erkennen und Sokrates Fragen nicht beantworten konnten.

Sokrates erkannte durch eigenes Nachdenken, dass der Grund des Wissens das Wesen des Wissens sein müsse, irgendwie aber wohl doch NICHTS ist. Weltberühmt ist sein Ausspruch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Dem konnten ihm weder damals die Menschen folgen, worauf sie ihn töteten, und bis heute wird dem NICHTS und NICHTWISSEN keine WESENTLICHE Bedeutung beigemessen. 

Platon entwickelte die Lehre seines Lehrers weiter. Er betrachtete die Idee der realen, von den Sinnen erfassten Welt übergeordnet. Danach werden aus geistigen nichtmateriellen Urbildern in der Realität Abbilder geformt.  „Die Ideen stellen die seiende Welt dar. Sie sind nicht wahrnehmbar mit unseren Sinnen, aber erkennbar durch unsere Vernunft.“iii

Seither hat sich die Philosophie in viele Wissenschaftszweige differenziert und viel Wissen angesammelt. Aber das Wesen bzw. Fundament jedes einzelnen Wissenschaftszweiges bis hin zum Fundament des Ganzen ist bislang noch nicht entdeckt worden.

Die folgenden Darlegungen über die Philosophie entnahm ich der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft spezial „Biologie – Medizin – Kultur“ 2/12, das den Titel trägt: „Die größten Rätsel der Philosophie“. Reinhard Breuer, Chefradakteur dieser Zeitschrift, schreibt in seinem Editorial, warum sich eine naturwissenschaftlich orientierte Zeitschrift dem Thema Philosophie widmet:

Offenbar vollzieht sich in der ältesten akademischen Disziplin des Abendlandes derzeit ein Umbruch. Noch vor wenigen Jahren stellte sie sich als ein Fach dar, das den Blick zurück richtete und in seiner historischen Rolle, seinem überkommenden Fragenkanon gefangen schien. […] Die Grundfragen sind zwar vielfach noch die gleichen, die schon die Vordenker in der Antike beschäftigt haben: Was ist der Mensch? Was kann er wissen? […] Doch auf der Suche nach Antworten achten die modernen Philosophen peinlich darauf, stets auf der Höhe der Naturwissenschaften zu sein. […] Ihre Aufgabe sei es nicht, die übrigen Disziplinen zu belehren, sondern mit ihnen zu kooperieren.“

Aus den vielen philosophischen Rätseln, denen sich diese Zeitschrift und namhafte Autoren widmeten, entnehme ich nur vier, die mir fundamental-wesentlich für meine Theorie erscheinen.

Rätsel 1

Selbstbild – Wer bin ich?“, Autor Prof. Dr. Albert Newen, Lehrstuhl für Philosophie mit Schwerpunkt Philosophie des Geistes an der Ruhr-Universität Bochum, Seiten 6-10

Kurzüberblick: „Auf die klassische Frage der Philosophie ´Wer bin ich?´ gaben große Denker die unterschiedlichsten Antworten. Erst heute rückt eine allgemein akzeptierte Antwort der Philosophie in greifbare Nähe – auch dank neuer Impulse der Neuropsychologie.“

Kurzkritik: Albert Newen fasst hier auf sehr kleinem Raum zusammen, was Denker über das Ich schon einmal dachten und was moderne Wissenschaft wie Psychologie und Neurologie so alles herausfanden. Über René Descartes, der das Denken als Ich-Beweis ansah, und dem Geist eine vorübergehende Rolle im Körper zudachte, und Ludwig Wittgenstein, der „im Ich lediglich ein sprachliches Konstrukt, das jeder reellen Basis entbehrt“, sah, kommt Newen schließlich zu dem Schluss, dass der „Mensch ein biologisches Wesen mit geistigen Fähigkeiten“ sei, und das „Ich-Gefühl und Selbstbild […] aus der Abgrenzung der eigenen Person von der Außenwelt und ihrer Spiegelung im anderen“ erwachse. Ich kann nicht erkennen, dass diese Erkenntnis der Lösung des Jahrtausende alten Rätsels auch nur einen Schritt näher gebracht hat. Ich fand in dem ganzen Beitrag auch nicht einen einzigen Gedanken über sein eigenes ICH, das Herr Newen zweifelsohne hat. Vielmehr finde ich in diesem Text das, was ich bei vielen modernen Philosophen finde: Eine Zusammenfassung und eventuelle Neuordnung von Wissen, das andere sich erdachten. So wird das Ich in Ewigkeit rätselhaft bleiben, wenn nicht einmal EIN neuer Gedanke dazu kommt.

Es fehlt der modernen Wissenschaft genau wie der modernen Philosophie das EINE Bild von ALLEM, um alle Rätsel lösen zu können, auch das Rätsel um das Ich. Meine Idee dazu: Das Ich und zugleich jede beliebige Einheit in der erkennbaren Welt sind in Ihrem Fundament NICHT erkennbar. Der Mensch ist aber in der Lage, das NICHTS als NICHTS zu erkennen.

Rätsel 2

Kognition – Sprache und Denken“, Autor Prof. Dr. Gottfried Vosgerau, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Fachgebiet Philosophie, Seiten 63-67

Kurzüberblick: „Wie eng sind wir verknüpft? Ist Denken immer ein innerer Monolog oder kommt er ohne Wörter aus? Die moderne philosophische Debatte dreht sich vor allem um die Frage, ob Sprache Struktur bereitstellt, die vorsprachliches Denken allein nicht hervorbringt.“

Kurzkritik: Gottfried Vosgerau fängt nach meinem Verständnis ganz toll an. Er stellt die Fragen: Was ist ein Gedanke? „Besteht er in dem Satz selbst oder stattdessen in einer abstrakten Idee, die in ihm nur ihren sprachlichen Ausdruck findet?“ In seinem Text kommt er zu dem Schluss, dass „Denken nicht generell an Sprache gebunden sein kann“, da offenbar auch Tiere denken können, dass aber „Sprache und Denken sich wechselseitig beeinflussen“. Dann allerdings verschließt er sich selbst die Tür für neue Erkenntnisse, indem er beschließt, „den Begriff der Gedanken nicht zu trivialisieren“, was heißt zu vereinfachen und etwa zu denken, dass auch Ameisen denken könnten.

Der Autor verfällt dem vielfach zu beobachtenden Phänomen, dass er glaubt, der Mensch und seine Fähigkeiten seinen grundlegend etwas absolut ANDERES, UNÄHNLICHES als das, was vor dem Menschen war. So wird hier die Sprache des Menschen als ein allein und unabhängiges existierendes Phänomen betrachtet. Einem Tier wird keine Sprache zugeordnet. Weil das Rätsel Sprache aber noch nicht gelöst ist, kann der Autor das Rätsel der wechselseitigen Bedingtheit von Denken und Sprache nicht lösen.

 Verkehr NY abb02

Abbildung 2: Alle Erscheinungen haben ein einfaches Vor-Bild. Der komplexe Straßenverkehr in der New Yorker City wäre ohne die Erfindung des Rades undenkbar.

Den letzten Gedanken des Autors aber möchte ich noch wortwörtlich zitieren, weil er so schön zu meiner Darlegung, was Sprache, Denken und Erkenntnis ist, passt:

Es geht dabei um die Frage, ob unser Denken im Wesentlichen auf anderen, grundlegenderen Fähigkeiten [als Sprache] aufbaut oder ob es sich um eine eigenständige Fähigkeit handelt, die nicht von anderen abhängt. Im ersteren Fall könnte es durch Sprache nicht entscheidend beeinflusst werden. Das scheint jedoch ziemlich unplausibel. Wenn dagegen eine eigenständige Denkfähigkeit existiert, fragt sich, worin diese besteht und wie sie sich entwickeln kann. Dass sie aus dem Nichts kommt, ist schwer vorstellbar. Vielmehr scheint sie in irgendeiner Form auf grundlegende Fähigkeiten gegründet zu sein. Wie diese Fundierung aussieht, gehört zu den noch ungelösten Rätseln der Philosophie.“

Ich denke, es wird ein Rätsel bleiben, wenn man das NICHTS als Lösung von vornherein ausschließt.

Rätsel 3

Erkenntnistheorie – Was können wir von der Welt wissen?“, Autorin Prof. Dr. Elke Brendel, Professorin für Logik und Grundlagenforschung, Universität Bonn, Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Logik und Grundlagenforschung an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Seiten 86-90

Kurzüberblick: „Leben wir in einer simulierten Scheinrealität statt in einer Welt tatsächlich existierender Dinge? Diese These der so genannten Skeptiker lässt sich zwar nicht grundsätzlich widerlegen, scheint aber unwahrscheinlich.“

Kurzkritik: Elke Brendel sah, wie sie schreibt, auch den Kultfilm „Matrix“ (mit Keanu Reeves). Das machte sie mir sehr sympathisch. Leider scheint die moderne Erkenntnistheorie nicht viel weiter zu sein, als was sich die Wachowskibrüder 1999 so ausdachten. Brendel geht von vielen Seiten an die Frage heran: Ist unsere erkannte Welt nur eine Täuschung? Kann sie aber nicht beantworten. Einen Lichtblick im Dunklen bietet die von ihr erläuterte Theorie einiger moderner Theoretiker, dass man objektiv davon ausgehen könne, dass ein Wissen über die Außenwelt möglich sein, wenn global betrachtet nichts dagegen spräche. Doch im letzten Absatz ihres Textes zieht sie dann doch das Resümee: „Dass wir aber in einer täuschungsfreien Welt leben, können wir letztlich nur hoffen, denn die Möglichkeit kann durch kein philosophisches Argument ausgeräumt werden.“

Ich meine, ein reales Wissen über die Außenwelt ist möglich, wenn man definitiv weiß, was Realität ist und das NICHTS als Fundament des Wissens und der Welt verstanden wird.

Rätsel 4

Naturphilosophie – Das Wesen der Natur“, Autor Prof. Dr. Michael Esfeld, Ludwig-Maximilians-Universität-München, Fachschaft Philosophie, u.a. Präsident des Kollegs schweizerischer Philosophieprofessoren, Mitglied der “Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina”; erhielt 2008 den Preis der Cogito-Stiftung für seinen Beitrag zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, Seiten 39-43

Kurzüberblick: „Was ist Realität? Warum läuft die Zeit nur in eine Richtung? Antworten auf solche Fragen der modernen Naturphilosophie gibt die Quantenphysik.“

Kurzkritik: Michael Esfeld beschreibt zunächst die Krux der modernen Philosophie, die auch schon der Chefredakteur in seinem Editorial ansprach. Die moderne Philosophie muss sich den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft zuwenden, um modern erscheinen zu können. Denn es ist die moderne Naturwissenschaft, die der Ansicht ist, dass man eigentlich auch ohne Philosophie auskommen könne, was soviel heißt wie: Wenn ihr nicht mit uns kooperiert, dann gibt es nichts zu essen. Und so versuchen Denker, die eigentlich nichts weiter tun sollten als über sich und die Welt nachzudenken, bis sie an den Urgrund des Denkens gelangt sind, an den Born, der die Quelle aller Erkenntnis ist, das Wissen der Naturwissenschaften in die Fragen der Philosophie irgendwie reinzuquetschen. Das muss schief gehen.

Obwohl der Autor einen Preis bekam für seine Beiträge zur Philosophie der Physik wird er von genau dieser Wissenschaft schachmatt gesetzt. Die Physik selbst besitzt keine fundamentale Theorie, nach der sie mit Fug und Recht behaupten könne, dass das, was sie erkannt hat, der Weisheit letzter Schluss sei.  So ist es demnach schlecht möglich, auf einer Theorie, die keine Basis hat, eine andere Theorie – nämlich die der Erkenntnis der Welt – aufzubauen. Es gibt bislang keine Definition, was Welt ist. Es gibt bislang keine Definition, was Erkennen ist, es gibt bislang keine Definition, was Zeit ist, es gibt bislang keine Definition, was ein Mensch ist, es gibt bislang keine Definition, was Denken ist, es gibt bislang keine Definition, was Sprache ist, jedenfalls keine, auf die sich alle Wissenschaftler und Denker der Welt global einigen können. Doch lässt der Autor eine schöne Idee zu, die uns der Definition einer erkennbaren, physikalisch betrachtet messbaren Welt näher bringt. „Eine präzise Definition von Messen wird […] jedoch nicht gegeben. Das ist auch nicht möglich. Denn physikalisch gibt es keinen Unterschied zwischen einem Messprozess und einer beliebigen Interaktion.“ Der Autor schreibt, dass Messgeräte keine natürliche Art von Gegenständen seien, die in der Natur unabhängig von unserem Interesse vorkommen, wie es zum Beispiel solche natürliche Dinge sind wie Elektronen, Atome, DNA oder Katzen. Mir erschließt sich nicht ganz, wie man eine Natur von etwas ergründen will, wenn man von vornherein davon ausgeht, dass es die Natur, wie man sie auf den ersten Blick erkennt, in der Form auch gibt. Ich meine, das scheint zwar logisch, doch unsere Welt ist eben nicht allein deterministisch und logisch, denn dann wäre sie schon lange erkannt.

i Wikipedia: Philosophie, Version 8.9.2013, 12.16 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ursprache&oldid=121296778

 

ii Wikipedia: Mäeutik, Version 8.9.2013, 12.18 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=M%C3%A4eutik&oldid=120071328

 

iii Internet: Platon, Version 8.9.2013, 12.21 Uhr

http://www.anderegg-web.ch/phil/platon.htm

 

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