Der Baum des Gehirns

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Ich weiß es noch wie heute. Es war im Dezember 1988, wo ich zum ersten Mal ein Buch über positives Denken las und mir langsam dämmerte, dass Denken eine Kraft sei, die man beherrschen kann. Einige Jahre wandte ich laienhaft diese Kräfte an, doch erst, als sie sich gegen mich wandten, wollte ich mehr über sie wissen. Seit 15 Jahren erforsche ich – gemeinsam mit den Gehirnforschern – das Denken und das Gehirn. Jede erdenklich zugängliche Literatur verschlang ich und verleibte mir die vielen Begriffe  der Neurologen, Psychologen, Philosophen und anderen Denker ein. Ich fand alles spannend und faszinierend, was mit meinem Gehirn zu tun hatte, was andere dazu erforschten. Gleichzeitig aber beobachtete ich auch genauso intensiv von innen her meine eigene Gehirnleistung, mein Denken, Fühlen und Handeln und verglich meine Ergebnisse mit den Forschungsergebnissen der anderen Forscher. Inzwischen kenne ich die Landkarte, die die Forscher vom Gehirn erstellten und sage: Hut ab vor all den Forschungsleistungen. Dass den Forschern trotz aller Erkenntnisse das Gehirn immer noch ein Rätsel ist, liegt meiner Meinung eben daran, dass ihnen das innere Big Picture fehlt. Damit hätten sie es wesentlich leichter, das Wesen und die kommunikative Funktionalität der vereinigten Kopforgane zu erfassen.

Spiegel UNiversum Gehirn abb46

Abbildung 46: Ein uralter mythologischer Spruch lautet: Wie oben so unten, wie innen so außen. Neueste Forschungen kommen diesem Spruch auf die allgemeingültige Spur.

 

Ein Messgerät kann nur messen, wofür es gebaut ist. Messen ist die technische Umsetzung menschlicher Wahrnehmung und  beruht auf Differenzierung. Wenn ein Gehirn ALLES erkennen kann, was da ist, dann muss es spiegelbildlich in derselben Struktur gebaut sein, wie das Dasein strukturiert ist. Abb. 47

Dass unser Gehirn ein schon lange vorgefertigtes Abbild unserer Umwelt bereithält, lassen neueste Forschungsergebnisse stark vermuten. „Belege dafür stammen vor allem aus Untersuchungen der Architektur und den Aktivitätsmustern des Gehirns. Hirnareale sind nie nur in eine Richtung miteinander verknüpft, es gibt immer auch rückführende Verbindungen, im sensorischen Bereich bilden sie sogar die Mehrheit“, heißt es in dem Fachbeitrag „Das Hypothesen testende Gehirn“ von Dr. Manuela Lenzen, Philosophin und freie Journalistin in Bielefeldi. Sie berichtet, Forschungen vom Centre for Cognitive Neuroimaging der University of Glasgow hätten ergeben, dass der primäre visuelle Kortex – der Teil, der für das Sehen zuständig ist – viel stärker damit beschäftigt sei, „Rückkopplungssignale aus übergeordneten Hirnregionen zu verarbeiten als damit, Informationen aus dem Sehapparat aufzubereiten. So erwies sich die Aktivität des visuellen Kortex als überraschend unabhängig von äußeren Reizen: Mehr als 90 Prozent der Impulse, die in ihn einlaufen, stammen nicht aus der Sehbahn, sondern aus anderen Bereichen der Großhirnrinde.“

Hierarchie Draufsicht Bild abb47

Abbildung 47: Wahrnehmung ist ein komplexer Vorgang. Es steckt nicht nur viel mehr hinter dem, was wir sehen, es steckt auch viel mehr im Sehen selbst.

 

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Abbildung 48: Der materielle Aufbau des Gehirns basiert auf der Baumstruktur. …

 

Diese Forschungsergebnisse lassen indirekt darauf schließen, dass unser Bild von der Welt in uns hierarchisch in den Zeitraum zurückführend aufgebaut ist. Unsere lebendige Erscheinung ist somit immer noch verbunden mit der Ur-Teilung von Zeit-Raum und somit mit dem Fundament allen Daseins.

Gehirnbaum Erkenntnisprozess abb49

Abbildung 49: … seine geistige Struktur hat denselben hierarchisch gegliederten Aufbau.

 

Die Bilder, die wir sehen und insgesamt wahrnehmen mit unseren Wahrnehmungsorganen sind fraktal-hierarchische Energiegebilde. Weil sich unser Blick sehr schnell verengen und weiten kann, bemerken wir die Verschiedenheit der Bilder, die wir wahrnehmen, gar nicht. Wenn wir nah sehen, ein Nahbild erstellen, ist die Nähe „scharf“, wichtig gestellt, die Ferne ist unscharf und unwichtig. Wenn wir in die Ferne sehen, ist das Fernbild „scharf“ und wichtig gestellt, die Nähe ist unscharf und unwichtig.

Mit Teleskopen können die Wissenschaftler heute schon bis in die weiteste Weite des Universums „sehen“, und mit Mikroskopen schauen sie in die tiefste Tiefe, fast bis zum allertiefsten Punkt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie den Zeitpunkt Null unseres Universums sehen können. Meiner Meinung nach müssten sie dazu ein hierarchisch strukturiertes Messinstrument verwenden, nicht dem Auge, sondern dem Gehirn gleich.

Der Mensch kann in die Nähe und Weite sehen, WEIL ER ES KANN. Weil seine Mess-Sensoren genau so aufgebaut sind. Ihre Konstruktion begann mit dem Zeitpunkt Null. Der Aufbau des Gehirns orientiert sich am Aufbau der Sprache und des Denkens, ist materieller Spiegel, und Sprache ist wiederum Spiegel der Erkenntnis und des Erkannten und Erkenntnis ist die Funktion des Daseins von Anfang an. Doch auf jeder menschlichen und historischen Erkenntnisebene und in jedem Fachgebiet erhielten dieselben Kräfte und Funktionen andere Bezeichnungen.

Daher die Verwirrnis im klaren Erkennen. Die Struktur dessen, was wir Denkapparat nennen, begann mit dem ersten Erkenntnisschritt. Das Bewusstsein ist zwar Fundament des Gehirns, aber man wird es im Gehirn nicht messen können. Die Vernetzung der materialisierten Begriffe in Körper und Gehirn baut sich wie das gesamte Dasein, das es spiegelt, fraktal-hierarchisch auf.

Kommt ein Befehl aus dem Stammhirn mittels eines Hormons (Befehl, Botschaft), so hat dieser Befehl im Gehirn ganz andere Bedeutung, als wenn dasselbe Hormon von einem untergeordneten Organ oder gar nur aus einem Zellbereich kommt. Im Gehirn und im Körper gibt es eine Befehls-Hierarchie wie in einem Staat. Der Hypothalamus hat mehr zu sagen als eine Gehirnzelle. Das Herz hat mehr zu bedeuten als eine Gefäß-Kapillare. Herz und Hirn, auch der Darm, bestimmen im Großen und Ganzen das Geschehen unseres organischen Ichs, das in seiner Funktionalität immer weiter unterteilt wird in untergeordnete, hierarchisch strukturierte Funktionseinheiten.

Um diese Baumstruktur als hierarchisch strukturierten Erkenntnisprozess zu begreifen, müssen wir nur ganz wenige Zeiteinheiten zurück gehen.

Unser nächster Verwandter, der Primaten-Affe, besitzt auch schon ein gut strukturiertes Gehirn, doch ihm fehlt es an der Masse des Kortex und Neokortex. Das sind die jüngeren Strukturen des Gehirns und deren Volumen nahm mit der Menschwerdung des affenähnlichen menschlichen Vorgängers rasant zu. Bis dahin verlief der Erkenntnisprozess langsam und festigte so die Grundstruktur.

Bäume im Gegenlicht abb50

Abbildung 50: Bäume gelten seit jeher als Vorbild für die differenzierte Struktur des Wachstums.

Die hervorragende Eigenschaft des Menschen gegenüber seinem Affen-Vorgänger ist das planende und schlussfolgernde Denken, das bewusste Erforschen der Zusammenhänge seiner Welt, wozu er zunächst einmal die Zusammenhänge erkenntnistechnisch differenzieren musste. So baute das menschliche Gehirn mit zunehmender Erkenntnis zunehmend differenziertere Begriffs-Strukturen auf – differenziert und als Netz der Neuronen miteinander verbunden. Gleichzeitig fand auch eine Neustrukturierung der Umwelt statt. Der Mensch nahm mittels seiner neuen Erkenntnisse gestaltenden Einfluss auf seine Umwelt. 

Die vielen differenzierten Konstruktionen, die der Mensch im Laufe seines Erdenlebens in den vergangenen Jahrtausenden schuf, finden sich wieder im materialisierten vernetzten Kortex und Neokortex in Form von immer neuen Bildern, Begriffen, Symbolen und Worten. Weil mit zunehmender Differenzierung die Masse des Gehirnbaumes immer mehr zunahm, mussten sich die äußeren Zweiglein zusammenrollen, was zu dem heutigen gebündelten und gefurchten Aussehen des Gehirns führte. Beim Kleinhirn, das fast nur Motorik speichert, ist die Baumstruktur sehr deutlich erkennbar. Auch der Thalamus und ansonsten alle Drüsen und Funktionseinheiten von Kopf und Körper lassen den hierarchischen Baumstruktur-Charakter erkennen.

Was bedeutet das für die Erforschung des Gehirns? Zum einen hat jedes Neuron des Gehirns einen spiegelnden Partner, der polar – entgegengesetzt – funktioniert. Das ist vergleichbar mit der Säure-Base-Struktur im Körper, wo eine spezielle Säure molekular eine spezielle Base als Spiegel-Partner hat. Gleichzeitig hat jedes Neuronenpaar im Körper ein spiegelndes Zellenpärchen im Körper. Und zusätzlich spiegelt so ein Neuronenpaar auch eine elektrochemische Molekulareinheit der Umwelt energetisch wider. 

Zwar besitzen die 100 Milliarden Neuronen des Gehirns eine ähnliche Zellstruktur, doch hat jede Gehirnzelle an seinem Sitz im Zusammenwirken mit seinen Nachbarneuronen und der Verbindung zu den übergeordneten Gehirneinheiten eine ganz spezielle individuelle Aufgabe. So, wie jedes Elektron im Atombaum (Schalenstruktur ist hierarchisch aufgebaut) an seiner speziellen Stelle dem Atom seine besondere Eigenschaft verleiht und es von anderen Atomen mit anderem Elektronenbesatz unterscheidet.

Ob Atom mit Elektronen oder Gehirn mit Neuronen oder der Mensch als Ganzes und das gesamte Universum – allem liegt EIN Fundament, EIN Logos, EINE Idee zugrunde. Nur so ist zu erklären, dass man Organe verpflanzen kann, dass es Wundheilung und auch Spontanheilung gibt, und dass auch sonst alles im Kleinen wie im Großen exakt zu passen scheint.

Auch die Psyche des Menschen, sein inhaltliches Wesen, ist demselben hierarchischen Prinzip unterworfen und wurzelt im NICHTS. Die Menschen im Alltag erkennen das an ihren oberflächlicheren Problemen, nicht genug zu können, nicht genug zu wissen, nicht gut genug zu sein für dieses und jenes. In depressiven Phasen kann es passieren, dass der Mensch diesem Nichts abrupt bewusst begegnet, dass er sich ganzheitlich als NICHTS fühlt. Unkontrolliert kann das zu einem lähmenden Schock führen. Das Wirkprinzip hört auf zu wirken. Das kann zu schweren psychische Störungen führen. Viele Krankheiten lassen sich aus dem allgemeinen Ur-Bild ableiten, wenn man seine Prinzipien verstanden hat.

Die Krankheiten Alzheimer und Demenz entstehen meiner Meinung nach durch die Vergesellschaftung der Arbeit, durch Arbeitsteilung. Die Menschen philosophieren nicht mehr tiefgründig über Alles und Nichts, was auch den Gehirnstamm bewegen würde und jung erhielte. Im Gegenteil, Fachspezifik beansprucht nur wenige Teile des Gehirns, dort entsteht durch zu viel Bewegung Übermüdung, der unbenutzte Teil verfestigt sich, erstarrt, wird morsch, kalkig, bricht. Sind aber Verbindungen zerstört, „lebt“ der Mensch in der Welt, die übrig bleibt. Die heutige Zeit erlaubt es mit ihren Gesetzen, Mediendebakeln, wirtschaftlichen Zwängen und gesellschaftlichen Normen den meisten Menschen kaum noch, eine intensive Innenschau zu betreiben. Vielmehr richtet jeder seine Sinnesorgane nur nach außen, Augen auf den Fernseh- oder Computerbildschirm, Ohren ans Handy oder an die Kopfhörer vom MP3-Player. Die immer schneller und kleinteiliger erfolgenden Reize überfordern die Organmembrane. Die Folgen sind ein rasanter Qualitäts- und Werteverlust in allen Bereichen des Lebens und Erlebens. Wucherungen wie Krebs auf der einen Seite, Organversagen auf der anderen Seite sind die häufigsten Todesursachen. Dazu kommen physische und psychische Erschöpfungen bis hin zur totalen Abkehr von der Außenwelt.

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Abbildung 51: Die Einheit der Welt und des Selbst erwuchs differenziert aus dem Bewusstsein und spiegelt sich im Auge des Betrachters.

 

Auch andere menschliche Schöpfungswerke, die das Leben erleichtern sollen, wie Schuhe und befestigte Straßen, tragen zu vielen Problemen des Körpers und des Gehirns bei. Fußsohlen sind mit tausenden Nerven bestückt, um die Unebenheiten des Bodens auszubalancieren. Dazu werden die Informationen von den Fußsohlen ins Gehirn transportiert, Rückmeldungen erfolgen an die Sohlen und den gesamten Körper. Das taten sie evolutionär viele Millionen Jahre und diese Nervenstränge sind sehr stark. Mit den glatten, festen Sohlen der Schuhe und den glatten, festen Fußgängerwegen verkümmern sowohl die Fußsohlennerven als auch die Nervenstränge zum Gehirn, der Körper wird nicht mehr balanciert, die Mikro-Bewegungsmöglichkeit verkümmert sowohl im Körper als auch im Gehirn. Ischiasschmerzen können darauf zurückgeführt werden. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, denn seit ich barfuß jogge, habe ich eine beweglichere Körperhaltung und keine Ischiasschmerzen mehr. Zum Fundament des Lebens gehört Bewegung, allseits und fraktal-hierarchisch in jeder Körperfunktion so viel wie irgend möglich. Das hält jung, gesund und lebendig. 

Nicht nur Pfarrer und Philosophen diskutieren gern die Frage: Ist der Mensch Körper ODER Geist? Wer das fragt, sollte vor der Diskussion eine allseits akzeptierte Definition für Geist und Körper geben, was schwer ist, wenn Geist gar nicht und Materie nur fast erkennbar ist. In dieser Fundament-Theorie sind Körper und Geist polare Entsprechungen, das heißt, in der Basis, im Fundament gibt es diese Trennung gar nicht. Alle Teile des Daseins, auch der Mensch, sind beides. Wir erleben beides in differenzierter, geteilter Weise, geteilt in Inhalt (innen) und Form (außen). Man kann sich in gegensätzliche Lager spalten und heftig diskutieren mit geistig und körperlich schlagenden Argumenten. Letztlich kommt doch nur NICHTS dabei heraus.

Aktienmärkte und Gehirnstrukturen

Die moderne Gehirnforschung tastet sich durch das Gewirr der Synapsen immer näher an das hier dargelegte hierarchische Bild. Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Carl Zimmermann befasst sich in seinem Beitrag „Das Gehirn als Netzwerk“ii mit der Komplexitätstheorie.  Als relativ unbedeutend und für sich genommen nutzlos sieht er den spontanen elektrischen Spannungsimpuls eines einzelnen Neurons an. Für den Inhalt seines Beitrages mag die Tatsache, dass ein Neuron spontan feuert, sicherlich wenig bedeutungsvoll sein. Ich hebe es aus einem für mich wichtigen Grund hervor. Es ist nur Vermutung, dass lebendige Neuronen  OHNE Anlass elektrisch Impulse von innen heraus aussenden. Von diesem Phänomen stelle ich eine Verbindung her zu dem schon erwähnten Buch „Ein Universum aus Nichts“ vom Lawrence M. Krauss, der feststellte, dass im Forschungsfeld der Physik elektrische Teilchen-Aktivitäten ebenfalls einfach so aus dem universellen Nichts entstehen. Teilchen pulsieren, kommen und gehen, scheinbar sinnlos, wie er berichtet. Ich behaupte und meine praktischen Forschungen können das ziemlich sicher belegen, dass die lebendigen spannungsvollen Aktivitäten der Gehirnzellen polare Entsprechungen der lebendigen spannungsvollen Teilchen-Umwelt sind.

Auch Carl Zimmermann kann von Gemeinsamkeiten zwischen der Gehirninnenwelt und äußeren Erscheinungen berichten. So fanden Forscher heraus, dass sich die Aktivitäten von Aktienmärkten in so genannte Cluster (Teile, Stücke, Brocken) von ähnlichen Aktivitäten oder ähnlichen Regionen einteilen lassen. Außerdem ließen sich, so der Autor, diese Cluster in sogenannte Supercluster (Oberbrocken, Oberteile, Oberbegriffe) zusammenfassen. Das sieht sehr nach einer fraktal-hierarchischen Struktur aus, finde ich. Es kommt noch besser. Dieselben Forscher untersuchten nach demselben Untersuchungsschema Aktivitäten von Gehirnzellen und stellten fest, dass es hier Parallelen in der Struktur, auch Cluster von Neuronen und Supercluster gibt. „Und so, wie sich das Netzwerk der Finanzmärkte ständig wandelt, konfiguriert auch das Gehirn sein Neuronennetzwerk ständig um.“ Wobei der Autor noch weitere Gemeinsamkeiten von Aktienmärkten und Neuronenaktivitäten aufführt.

Man stelle sich jetzt einfach einmal vor, ich hätte Recht, dass das INNEN spiegelbildlich energetisch direkt mit dem AUSSEN verbunden ist und man könne über die selbstbewusste Steuerung seines Denkens und der Gehirnstrukturen willentlichen Einfluss auf die Aktienmärkte nehmen! Vielleicht sogar auf wirtschaftliche und politische Systeme? 

Zumindest bieten die unzähligen komplexen Verschaltungs- und Rückkopplungsmöglichkeiten der 100 Milliarden Neuronen und 100 Billionen Verknüpfungen im Gehirn, wenn sie dazu noch fraktal-hierarchisch funktionieren, durchaus das Potenzial, das Universum von Anbeginn der Zeit „abbilden“ zu können. Wenn sie es könnten, warum sollten sie es dann nicht tun?

Wenn ich als Künstlerin und „Abbild Gottes“ die schöpferische Möglichkeit hätte, dieses neue Medium „Gehirn-Umwelt“ zu benutzen, und ich wüsste auch das WIE, um meine eigenen Umweltbilder nach Lust und Laune zu erschaffen, zum Beispiel auf den Geldfluss der Umwelt Einfluss zu nehmen, warum sollte ich es nicht tun? Spätestens an dieser Stelle empfehle ich allen Finanzakteuren wärmstens in meinem Buch „Warum? Darum! – Kleine bebilderte Nachdenklichkeit über Alles und Nichts“ den Praxisteil zu beachten. 

Unbewusste und bewusste Gedanken

Konsequenterweise ist entsprechend dieser Fundament-Theorie alle Bewegung „Denken“. Physiker benennen alle Bewegung auch mit dem Begriff Energie. Die Kirche sagt „Gottes Wille“.  Begriffe benötigen unterschiedliche Namen, damit der Mensch eine differenzierte Struktur der kosmischen Ordnung erkennen kann. Sonst wäre ihm alles gleich.

Für das Fundamentwissen des Gesamtzusammenhanges ist es nötig, sich auf wenige Begriffe und ihre fundamentalen Inhalte zu einigen. Energie bedeutet genau wie Logos „inneres Wirken“. Demzufolge ist fundamental betrachtet alles innere Wirken als „Denken“ zu verstehen. Das klingt eher esoterisch und nicht wissenschaftlich. Doch ich lege hier die Basis für eine Allgemeinwissenschaft, die sich in erster Linie damit beschäftigt, wie der Mensch Herrscher über sein Selbst und seine Welt werden kann. Die Begriffe sind dem Ziel untergeordnet. Alle Kräfte des Universums sind in ihrem Fundament EINE Kraft. So kann diese eine Kraft Erkenntnisprozess oder auch Denken heißen. Damit ist es möglich, den Zusammenhang zwischen Selbstbeherrschung und Weltbeherrschung  zu verstehen. Was mein Anliegen ist.

Naturwissenschaftlich betrachtet basieren die Körperfunktionen auf chemischen und elektrischen Aktivitäten. Diese allgemeine energetische Basis trifft dabei auf alle Körperfunktionen zu, ob sie in einer Zelle, im Zellkern, in der DNA des Zellkerns oder in einem Organ stattfinden. Herz und Leber sind Organe und das Gehirn ist auch ein Organ, bzw. es ist ein Komplex aus Gehirnorganen. Über die elektro-chemischen Verbindungen Nerven und Blut treten Körperorgane und Kopforgane in Wechselwirkung. Der Anteil an Bewusstsein im menschlichen Organismus ist noch relativ klein, dem steht ein großer Anteil an unbewussten Funktionen gegenüber. Das trifft auch auf unser Gehirn zu. Die meisten elektrochemisch funktionierenden Gedanken darin bilden sich durch unbewusste Prozesse. Der heute durchschnittliche Mensch „beherrscht“ seine Gedankenkräfte nur zu höchstens 20 Prozent.

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Abbildung 52: Das Gehirn mit seinen Organen findet eine spiegelnde Entsprechung im Körper. So ist es möglich, mittels bewussten Denkens den Körper zu beeinflussen.

 

Bevor man die Welt mittels Gedanken beherrschen kann, muss man selbst seine Gedanken beherrschen lernen. Als erstes muss man zwei Arten von Gedanken unterscheiden: Da sind zum einen die bewussten und willentlich gesteuerten und zum anderen die unbewussten und ohne eigenen Willen funktionierenden Gedanken. Noch sind alle Menschen in hohem Grade von ihrem Unbewusstsein gesteuert. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Verhältnis der menschlichen Funktion von Bewusstsein und Unbewusstsein bei 20:80 liegt. Bei Tieren liegt dieses Verhältnis bei ca. 2:98, bei Atomen eventuell bei 0,01:99,99.

Neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Unterbewusstsein die meisten Handlungen des Menschen vorfertigt, bevor sie ins Bewusstsein gelangen. Das heißt schlicht und ergreifend, der heutige Mensch ist zu mindestens 80 Prozent NICHT Herr seines Selbst. Die vitalen Prozesse des Organismus wie Hunger, Herzschlag, Atmung, Verdauung, Ausscheidung, basieren  ausschließlich auf nicht bewussten Aktivitäten des Organismus. Das ist aber nicht zwingend so. Viele Menschen bewiesen, dass der Mensch mittels Übung auf seine vitalen Prozesse sehr starken Einfluss nehmen kann. Sport und Muskelaufbau ist eine recht bekannte Art der körperlichen Beeinflussung. Auch die Körperbeherrschung beim Stuhlgang und Wasserlassen ist bewusst antrainiert. Asiatische Mönche und Extremsportler zeigen, was körperlich und mental möglich ist mit bewusstem Training. Yogis sind in der Lage, lange Zeit ohne Nahrung und Schlaf auszukommen. Sie können Atmung und Herzschlag fast komplett bewusst beeinflussen und regulieren. Durch Disziplin, Konzentration und auch Meditationsübung bekommt der Mensch die Herrschaft über seine unbewussten Gedanken und Gefühle und kann so auf Körperprozesse gezielt Einfluss nehmen.

Wenig bekannt ist, dass innere Prozesse mit äußeren Umweltprozessen in direktem Zusammenhang stehen. Dass äußere Prozesse auf innere wirken, ist bekannter, deswegen aber noch nicht beherrschter. Ein Beispiel: Der Mensch geht an einem Bäckerladen vorbei, aus dem frischer Kuchenduft in seine Nase hineinströmt. Der Duft erzeugt eine körperliche Aktion, die den Magen zusammenziehen lässt und die Speicheldrüsen aktiviert. In seinem Kopf entstehen die UNBEWUSSTEN Gedanken: „Oh, ich habe Hunger, ich gehe mir jetzt schnell ein Stück Kuchen kaufen. Zum Glück stehe ich gerade vor einem Bäcker.“

Unbewusst gesteuerte Menschen kaufen sich dann ein Stückchen Kuchen oder auch zwei oder fünf. Ein bewusster Mensch spürt zunächst auch diese Köperaktivitäten, die der Kuchenduft auslöst. Auch er hat zunächst die unbewussten Gedanken, sich schnell ein Stück Kuchen kaufen zu müssen, weil der Magen knurrt. Doch im gleichen Moment wird er sich dieser unbewussten Aktivitäten in seinem Körper und Kopf bewusst und steuert mit eigenem Willen dagegen. Jetzt denkt er bewusste Gedanken, etwa wie folgt: „Ich weiß, dass dieses Gefühl gleich vorbei geht. Ich habe keinen wirklichen Hunger, denn ich frühstückte gerade ausreichend. Ich gehe jetzt weiter, ohne ein Stück Kuchen zu kaufen.“

i Lenzen, Manuela: „Das Hypothesen testende Gehirn“, Zeitschrift „Gehirn und Geist“: „Was formt unsere Intelligenz?“, 4/13, S. 52-57

ii Zimmermann, Carl: „Das Gehirn als Netzwerk“, Spektrum der Wissenschaften spezial Biologie-Medizin-Gehirnforschung, „Das geheimnisvolle Gehirn“, 1/13, S. 6-12

 

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