Das energetische Fraktal

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Was ein Fraktal ist, erläuterte ich schon. Eine geteilte Einheit in selbstähnliche Einheiten und Untereinheiten. In einem großen Teil befinden sich viele kleine Teile, in diesen kleinen Teilen befinden sich wieder noch kleinere Teile, in diesen noch kleineren Teilen befinden sich noch viel kleinere Teile und so weiter. Und umgekehrt gilt auch: Winzig kleine Teile bilden größere Teile, diese größeren Teile schließen sich zusammen zu noch größeren Teilen, diese noch größeren Teile bilden zusammen wieder noch viel größere Teile und schließlich bilden alle Teile zusammen das Ganze.

Bei einem Fraktal im Sinne der Definition sollen sich die großen und kleinen Teile selbst ähneln, wie bei dem schon genannten Blumenkohl, dessen einzelne Röschen genauso aussehen wie der ganze Kopf. Bei einem energetischen Fraktal geht es aber nicht um das Aussehen, um das, was wir äußerlich erkennen, sondern um die innere Energie, die wir optisch zunächst nicht sehen. Dank der Physik aber wissen wir, dass in unserem Kosmos alles – alle Teile – aus Energie bestehen. So ist das Universum als energetisches Fraktal zu verstehen. Abb.9

energetisches Fraktal abb09

Abbildung 9: Energien und Kräfte der Welt sind fraktaler Natur und basieren in vollkommener Spannungslosigkeit.

 

Sehen wir uns näher an, wieso der naturwissenschaftliche Mensch für alle Bewegungen des Daseins den Begriff Energie benutzt. Das Wort Energie stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „inneres Wirken“i. Die alten Griechen vor 2.000 bis 3.000 Jahren wollten schon damals wissen, wieso, warum, weshalb das alles DA ist und wie es wirkt. Neu-Gier ist dem Menschen eigen. Allerdings ist die relativ gesunde Neugier heute in manische Forschergier ausgeartet, die Milliarden an Geld verschlingt bei relativ wenig Ergebnis. Bei den antiken Griechen war das Verhältnis noch umgekehrt. Ein wenig Nachdenken und schon hatte man einen genialen Einfall. Diese Genies wie Aristoteles, Pythagoras, Euklid und deren Denkergebnisse sind uns heute noch gut bekannt, weil auf ihren großartigen Gedanken-Einheiten ein Großteil der heutigen Wissenswelt ruht.

Die Gedanken der antiken Griechen bilden das Fundament der heutigen Wissenschaft. Wobei auch die alten Griechen ihr Denken auf dem Gedankengut der vorherigen Epochen wie der ägyptischen und sumerischen aufbauten. Somit ist das Fundament der heutigen Wissens- und Gedankenwelt noch viel früher als vor 5.000 Jahren gelegt worden.

Energie bedeutet innere Wirkung und weil in allem eine innere Wirkung stattfindet, deshalb nennen wir unser Dasein auch Wirklichkeit. Was innere Wirkung ist, kennt jeder Mensch. Wenn wir uns schlapp fühlen, spüren wir wenig innere Wirkung bzw. Energie. Bei viel Energie können wir enorm was leisten, unser Wirkungsgrad ist höher. Energie wird deshalb oft mit Leistung verwechselt. Energie kann Leistung vollbringen, ist aber nicht die Leistung selbst. Was ist aber das Wirkungsprinzip der Energie? Mit dem antiken Wissen, dass da ETWAS in allem innerlich wirkt, gaben sich die Forschergeister der vergangenen Jahrtausende nicht zufrieden. Sie wollten MEHR darüber wissen.

Was aber wissen wir heute wirklich darüber? Energie spielt überall eine Rolle. Es gibt den Energieerhaltungssatz, das ist der fundamentalste Satz der Physik. Danach kann in einem geschlossenen System keine Energie verloren gehen. Unser Universum ist so ein abgeschlossenes System. Energie kann in verschiedenen Formen vorkommen, zum Beispiel als Energie, die in jedem Teil an sich steckt, was potenzielle Energie genannt wird. Oder in Energie, die Bewegung erzeugt  – dabei wandelt sich potenzielle Energie in Bewegungsenergie (kinetische Energie) und Wärmeenergie (thermische Energie) um.

Das Wirkungsprinzip Energie ist ein Fraktal. Aus dem Begriff INNERES WIRKEN sprudeln auf einmal viele Unterbegriffe und Wirkweisen hervor. Das energetisch innere Wirken ist verantwortlich für die Entstehung und das Vergehen des gesamten Universums als Zeiträumlichkeit. Wissen wir somit mehr als die alten Griechen? Natürlich. Die moderne Wissenschaft kann dieses Wirkprinzip viel differenzierter beschreiben. Wir besitzen heute viel mehr Begriffe als die alten Griechen damals vor zwei- und dreitausend Jahren.

Physikalisch betrachtet ist Energie ein Welle-Teilchen-Dualismus, sowohl das EINE als auch das ANDERE. Wieso können sich die Wissenschaftler nicht darauf einigen, was es nun konkret ist – Welle ODER Teilchen? Weil man je nachdem, wie man versucht, dem GEHEIMNIS der Energie auf die Spur zu kommen mittels unterschiedlicher Messmethoden jeweils ein anderes Ergebnis bekommt. Entweder Welle ODER Teilchen. Setzen wir für das Wort Messen das Wort Erkennen ein, dann kann man sagen: Wir erkennen als Prinzipien unserer Wirklichkeit entweder Wellen oder Teilchen. Das bedeutet, entweder es kann nur die Bewegung oder es kann nur das Gewicht des Teilchens gemessen werden. Dazu muss man nicht in die Quantenphysik hineinschauen, das erkennt jeder Mensch auch in seinem ganz normalen Leben. Wenn er sich auf die Waage stellt, muss er ganz still stehen, dann nur so kann sein Gewicht exakt gemessen werden. Rennt der Mensch, ist es möglich, seine Geschwindigkeit mittels Stoppuhr zu messen. Während des Laufens ist es jedoch unmöglich, sein Gewicht zu messen.

Daran erkennen wir jetzt auch schon die fraktal-geteilte Eigenschaft von Energie als allgemeines Wirkungsprinzip. Energie kann in ganz kleinen Quanten vorkommen – in Atomen, in Molekülen, ebenso wie in Organen und Organismen, in Wolken, Sternen und Galaxien. Energie hält irgendwie das gesamte Universum zusammen und dehnt es gleichzeitig aus. Was Energie kann, davon können die Forscher schon viel berichten. Was dieses innere Wirkungsprinzip WIRKLICH ist, das weiß niemand. Wir, die Menschen, können das innere Wirken nicht erkennen. Es ist aber das, was INNEN wirkt und uns erkennen lässt. 

Halten wir fest: Was der Physiker unter Energie begreift, ist das, was in allem innerlich wirkt und der Form von einer Welle (einem Rhythmus) oder einem Teil erkannt werden kann.  Was hat diese Erkenntnis nun mit Sprache zu tun? Unsere menschliche Sprache hat dieselben Eigenschaften wie Energie. Sie hat eine innere Wirkung, doch erkennen können wir sie in ihrem tiefsten Grunde nicht. Wir können das Prinzip „inneres Wirken“ demzufolge statt mit dem Begriff Energie, auch mit dem Begriff Sprache versehen. Ich tue das hier aus dem Grunde, um das allem innewohnende Geheimnis endlich lüften zu können. Wir können Sprache sogar messen. Mittels der Ohren hören wir die Schallwellen des gesprochenen Wortes, mittels der Augen lesen wir die Lichtwellen der Schrift. Doch ist der Begriff „Sprache“ ebenso wie der Begriff „Energie“ eine Hülle für etwas, was wir in seiner inneren Wirkweise nicht wirklich erkennen können. Beides sind Fraktale, eine Einheit, die aus Teilen und Unterteilen besteht und wirken.

Erkenntnis der Umwelt ist ein Differenzierungsvorgang – die Einheit wird geteilt von dem, der sie erkennt. Das ist schnell von jedem zu verstehen. Nehmen Sie ein weißes Blatt Papier, auf dem ein schwarzes Quadrat gezeichnet ist. Sie können dieses Quadrat nur erkennen, indem unsere Augen und das Sehzentrum im Gehirn das Schwarz vom Weiß abtrennt. Die Augen und das Sehzentrum müssen allerdings so aufgebaut sein, dass sie dazu in der Lage sind. Nehmen Sie nun ein graues Blatt Papier auf dem im gleichen Grauton ein Quadrat gezeichnet ist. Unser Auge und unser Sehzentrum kann dieses Quadrat nicht erkennen, es kann es nicht unterschieden, es findet keinen Unterschied wie zuvor auf dem weißen Blatt mit dem schwarzen Viereck. 

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Abbildung 10: Vollmondnacht an der Ostsee: Die Natur malt mit Helligkeit und Dunkelheit und millionenfachen Differenzierungen davon. Aber schön ist das nur, weil wir es als schön erkennen können.

Auf einem grauen Papier könnten demnach ALLE möglichen Muster gezeichnet sein – die ganze Welt mit all ihren Bestandteilen könnte darauf gemalt sein. Wir könnten es nicht erkennen, wenn alle Muster und Bilder ebenfalls denselben Grauton wie das Papier hätten. Weil wir NICHTS erkennen können, nehmen wir an, es ist NICHTS da, was aber eigentlich nicht stimmt.  Genauso ist das mit der Energie und den Kräften. Können wir Energie nicht messen, sagen wir normalerweise, dann wäre keine Energie da. Doch Spannungslosigkeit bedeutet nicht gleichzeitig Abwesenheit von Energie, sondern eher, dass ihre Wirkkraft gleich Null ist. 

Erkenntnis ist eine EIGENSCHAFT des Daseins genauso wie ERKANNT WERDEN. Wobei eines nicht ohne das andere möglich ist. Für den Erkenntnisprozess muss es einen Unterschied geben. Wenn ich nun feststellte, ALLES ist Energie und ALLES ist Sprache und ALLES ist Erkenntnis und Erkanntes, so ist es im Fundament immer dasselbe. Wenn Grau die Basis bildet für die beiden Farben Schwarz und Weiß so bildet das NICHT-Erkennbare die Basis für die Gegensätze Erkenner und Erkanntes.

Für einen Menschen, der sich nicht in die wissenschaftliche Forschung hineinbegibt, ist es zunächst schwierig zu verstehen, dass das, was wir so normal als Wirklichkeit und Realität deutlich erkennen können, in der Tiefe der Erkenntnis nicht da sein soll.  

Es ist doch da!!! Wie kann es dann gleichzeitig NICHT da sein???

Das ist genau die Frage aller Fragen, die die forschende und suchende Menschheit schon immer bewegte. Um Licht in das Dunkle dieser Paradoxität zu bringen, ist es nötig, sich auf einen Begriff als Wirkungsprinzip zu einigen. Ich sage mit Absicht Sprache dazu, denn dann schaffen wir es, das Jahrtausende alte Verwirrspiel aufzulösen. Dabei knüpfe ich an uralte Weisheiten an.

Alles ist Sprache als ganzheitlich fundamentales Wirkungsprinzip, das noch mehr Eigenschaften hat, als in sich selbst gegensätzlich geteilt zu sein und in allen Teilen zu wirken.

Hierarchie der Sprachteile

Um das Fundament des Lebens und Daseins zu verstehen, um das innere Wirkungsprinzip Sprache zu verstehen, kommen wir nicht umhin, uns mit dem Begriff Hierarchie näher zu befassen. Hierarchie bedeutet Rangfolge. Erfinder dieses Wortes waren wieder die antiken Griechen – in altgriechisch bedeutet es Heilige Herrschaft, hieros = heilig, heil, arche = Führung. Die antiken Griechen hatten einen Grund, diesen Begriff zu erfinden, denn sie ahnten noch, dass unser gesamtes Dasein einer „Heiligen Führung bzw. Herrschaft“ unterworfen ist. Unser Dasein ist nicht nur eine fraktale Angelegenheit, vielfach gestückelt. Da gibt es die winzigen Quarks, Atome, und Moleküle, aus denen die vielen Bestandteile unseres täglichen Erdenlebens bestehen, und dann gibt es auch die „großen Stücke“, wie Sterne und Galaxien. Als größtes Stück gilt unser Universum. Dieses Dasein ist dazu auch noch hierarchisch aufgebaut und erhält so eine Struktur. Eine geführte Ordnung, die in allem herrscht. Quarks stecken in Atomen drin, Atome in Molekülen – aus Molekülen besteht unsere Welt und zugleich das ganze Weltall. Darin schwingen, wuseln und pulsieren alle großen und kleinen Teile so recht nach Herzenslust. 

Schauen wir uns kurz die Bedeutung des Wortes Universum an, das ebenfalls unsere Vorväter erfanden. Es ist zusammengesetzt aus dem Wort uni und vers. Uni stammt von unus ab und bedeutet Einer, ein Einziger, vers bedeutet Rhythmus. Und so leuchtet uns aus dem Wort Universum die große Weisheit unserer Vorfahren entgegen, die das Universum als einen großen Rhythmus begriffen. Als gewaltige Kreation ist das Universum auch als ein großes Lied, als eine Symphonie, als ein großes bewegendes und bewegtes Meisterwerk künstlerisch zu verstehen. Es gibt bei der sprachlichen Herkunftsbestimmung auch die Möglichkeit der Ableitung aus dem griechischen versus – danach bedeutet Universum eine in sich gesammelte Einheit.

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Abbildung 11: Die Macht, die innere Wirkungskraft eines Menschen ist ihm äußerlich nicht anzusehen. Sie ergibt sich aus seiner Stellung innerhalb einer differenzierten Gemeinschaft.

 

Dieses erschaffene und in sich gesammelte, rhythmische Meisterwerk ist hierarchisch aufgebaut. Besitzt eine Heilige Herrschaft, eine ganzheitliche, einheitliche Führung. Einer muss bei einem Konzert der Dirigent sein, oder? Sind wir jetzt bei Gott angekommen? Im Grunde ja. Doch ist der Begriff Gott nur ein anderer Ausdruck für Hierarchie. Womit ich nicht sage, dass es EINEN Schöpfergott gibt, sondern dass der Schöpfung EINE Macht, EINE Führung, EINE Ordnung zugrunde liegt. Und da sind wir uns jetzt gottseidank auch mit der modernen Physik einig. „Das Wort Universum […] bezeichnet in der Physik die zu einem gegebenen Zeitpunkt vorgefundene Anordnung aller nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten organisierten Materie und Energie, angefangen bei den elementaren Teilchen bis hin zu den großräumigen Strukturen wie Galaxien und Galaxienhaufen.“ii

Worin besteht nun diese eine Herrschaft, die einende heilende heilige Führung, die das Universum durchdringt? Zunächst erst einmal in der schon genannten Rangfolge. „Eine Rangordnung (auch Rangfolge, Rangliste, Ranking)  ist eine Reihenfolge mehrerer vergleichbarer Objekte, deren Sortierung eine Bewertung festlegt.“iii    

Am besten lässt sich das an Beispielen erklären. Vergleichbare Objekte (Teile, Subjekte) sind zum Beispiel Menschen. In der Armee wird die Rangfolge von ganz wichtig und mächtig = General, hinabgestuft in der Rangordnung über die Offiziere bis hin zum einfachen Soldaten. In der  deutschen Politik wäre der Ranghöchste und Rangmächtigste der Bundeskanzler, gefolgt von Bundesministern, Landesministern, Bürgermeistern bis hinab zum einfachen Bürger. Die Menschen sehen scheinbar alle ähnlich aus, doch ihre Macht, ihre Befugnisse, etwas zu bewirken, ist vom Gewicht, von der Bedeutung, sehr unterschiedlich, je nachdem, auf welcher Stufe der gesellschaftlichen Hierarchie sie stehen. Abb. 11

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Abbildung 12: Gewicht und Masse sind gegensätzlicher Natur. Der einzelne Bürger mag wenig Gewicht haben, in der Masse eines ganzen Volkes aber ist er dem Bundeskanzler ebenbürtig bzw. gleich.

 

Der Befehl eines Generals oder Bundeskanzlers bewirkt große Bewegungen in großen Bereichen. Das Wort, der Wunsch, eines Soldaten bzw. Bürgers hat hingegen für die Gesamtheit einer Armee bzw. eines Landes wenig Wirkung und Bedeutung. Das ist die Hierarchie der Macht und Gewalt. Zeichnet man diese Macht- und Gewalthierarchie auf, kommt ein Dreieck in Frage, das mit der Spitze nach oben weist. Unten das Schwere, Wichtige, Tragende, – der General, die Bundeskanzlerin – oben die leichte Spitze, die scheinbare Ohn(e)macht des einzelnen Bürgers. So kann man den Ausspruch Laotses verstehen, der in seinem Tao Te King meinte, der wahre Führer stehe unter allem. Das sieht man leider oft ein wenig anders. Da trägt der Führer nicht als basisbildend die Last des Volkes, sondern das Volk trägt die Last (der Fehlentscheidungen oder einseitig gerichteten Entscheidungen) der Führer. Abb.12

In jeder Erscheinung unseres Daseins ist eine Hierarchie zu erkennen, wenn auch nicht immer auf den ersten Blick. Bei einem Volk mitsamt ihrer Regierung und einer Armee ist die Macht-Gewichts-Hierarchie ziemlich schnell klar. Können Sie aber die Raum-Hierarchie in einem ganz normalen Haus erkennen? Seine fraktale, gestückelte Natur beschrieb ich schon weiter vorn. Nun, ich denke, auch die Raum-Hierarchie dürfte schnell herausgefunden sein. Das Bedeutendste an dem Haus ist der große Raum, der von den Außenwänden umschlossen wird. Das macht DAS HAUS in seinem Wesen, in seiner Bedeutung erst aus. Die Unterordnung, also Unterteilung des Hauses in Wohnungen bedeutet schon, dass Wohnungen hierarchisch dem Haus untergeordnet sind. Zimmer stehen in der Rangfolge noch weiter unten und die Schränke und Schubfächer sind räumlich kleiner als das Haus, die Wohnungen, die Zimmer, und stehen demzufolge noch tiefer in der hierarchischen Raum-Rangfolge.

Ein anderes Wort für Hierarchie ist das Wort Baumstruktur. Viele Computerexperten kennen diese Struktur als Aufbau der Ordnung in einem Computerprogramm, aber auch in einer Dateienstruktur. Da ist der ganze Computer, der Millionen von Daten fassen kann. An der höchsten Rangstelle steht der „Lokale Datenträger“, meist mit dem Buchstaben “C” versehen. Ihm untergeordnet ist der Ordner Programme, der die Programmordner enthält, die den Computer zum Laufen bringen und seine Funktionen bestimmen. Ganz zuunterst in der Wertigkeit für das Funktionieren des Computers steht der Dateiordner, in dem der Besitzer des Computers seine Urlaubsfotos angeordnet hat. Vielleicht sogar nach einem Wertigkeitsprinzip, einer Hierarchie.

Nicht nur im Leben und Erleben des Menschen gibt es Hierarchien. Bei vielen Tierarten gibt es ein Alphatier, das die Herde, das Rudel anführt. Alpha ist der erste Buchstabe im griechischen Alphabet, dem der letzte Buchstabe, das Omega, gegenübersteht. Gott ist bekanntlich das Alpha und Omega, sowohl das Oberste als auch das Unterste, somit das Ganze, die Einheit, das HEILE als auch alle seine Teile. Es gibt dazu den alten Spruch: „Gott hat tausend Namen.“

Wir wissen, dass die römisch-katholische Kirche streng hierarchisch strukturiert ist, ganz oben als Vertreter des HEILIGSTEN, Gottes eben, steht der Papst. Ihm folgen in der Rangordnung die Kardinäle, Bischöfe, Pfarrer und zuletzt steht das einfache Kirchenmitglied. Die Zehnten aller Kirchenmitglieder zusammen ermöglichen den Prunk des Papstsitzes, des Vatikans. So, wie die Steuern und Abgaben eines Volkes von vielen Menschen die Diäten und Kosten eines Staats- und Regierungsapparates mit all seinen Annehmlichkeiten und Verschwendungen ermöglicht.  Nun können wir ein anderes Bild einer Hierarchie zeichnen. Viele gleiche Teile von scheinbar wenigem Gewicht stehen unten und tragen die Bürden. Das sind Gewichte, der ihnen übergeordneten Ränge, die nach oben hin immer weiter an Menge abnehmen. Das geht bis zur obersten Spitze, wo nur EINER steht: der Papst, der Bundeskanzler, der Präsident oder der König. Dieses Bild begreifen heute immer mehr Menschen und Völker und sind sich ihrer tragenden UND abschüttelnden Macht immer bewusster. Wenn das Volk seine ranghöhere Bürde schüttelt, kann man das Revolution oder auch Volksaufstand und Rebellion nennen. Eine Baumstruktur ist somit bei der Rangfolge eines Volkes und bei jeder hierarchisch geteilten Einheit  zweifach zu erkennen. Als erstes – fundamental – erkennen wir den gewichtigen Aufbau der Gewalt, der inneren Macht, etwas zu bewirken. Danach steht als Wichtigster und Mächtigster der General oder Bundeskanzler ganz unten, breit und stark. Denn seine Macht, seine Macht- und Befehlsworte bewirken Bewegung für alle. Der einfache Bürger ist am wenigsten machtvoll, eher ohnmächtig, deshalb steht er oben als winziges Spitzchen des Machtdreieckes. Das Wort des einzelnen Bürgers bewirkt wenig. Sehen wir uns dieses Dreieck aber in seinen Teilstücken an, dann stehen die vielen Bürger unten, die die ihnen übergeordneten rangmäßig höheren, in der Stückelung aber weniger werdenden Bürger-Einheiten, tragen. An der Spitze dieses Dreiecks steht der General bzw. Bundeskanzler, das EINE Stück, am wichtigsten in seiner Bedeutung, aber allein. Das Wichtigste besteht aus EINEM Teil. Das Unwichtigste besteht aus VIELEN Teilen. Alle Werte und Gewichte der Vielen zusammengenommen ergeben aber genau dasselbe Gewicht wie das des Einzelnen, scheinbar wertvollsten, wichtigsten. Das ist beim Volk nicht anders als bei den Gewichtteilen, die der Händler zum Messen von Gewichten von Wurst oder Kisten benutzt. Da ergeben 1.000 kleine Gramm-Teilchen zusammen dasselbe Gewicht wie das große Kilogramm-Teil. Abb. 13

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Abbildung 13: 1000 Gramm ergeben ein Kilogramm. Bei Gewichten aus Metall kann man den inneren Unterschied an der Größe der einzelnen Teile erkennen. Die körperliche Größe eines Menschen lässt jedoch nicht auf seine Wichtigkeit schließen.

 

Dazu gibt es eine Scherzfrage, die Kinder nicht so schnell und richtig lösen können, weil sie von den vielen leichten Teilen gegenüber einem schweren Teil verwirrt sind. Frage: Was ist schwerer: Ein Kilo Federn oder ein Kilo Eisen? Was meinen Sie?

Jetzt sollte man erkennen können, dass die Hierarchie aus ZWEI Dreiecken besteht. Zum einen aus dem Dreieck der Wichtigkeit, dem Gewicht, der Macht, der Wirkung – dieses Dreieck ist das INNERE. Auf den ersten Blick kann man Wichtigkeit bei ähnlichen Teilen nicht erkennen. Zum anderen gibt es das Dreieck der Menge, der Einzelteile, die sichtbar sind. Viele  unwichtige Teile stehen einem wichtigen Teil gegenüber.

Im Alltag wird die hierarchische Ordnung oft nicht in seiner zweiseitigen Gesamtheit erkannt. Das gilt nicht nur bei der Scherzfrage nach dem Gewicht von Federn und Eisen. Der Herrscher bzw. Führende vergisst oft genug, von wem er getragen und finanziert wird und für wen er eigentlich seine Macht ausüben sollte. Doch auch das Volk ist sich seiner tragenden und finanzierenden Rolle für seine Führer meist nicht bewusst.

Fassen wir bis hierher ganz kurz zusammen. Unser gesamtes Dasein und Universum wird bestimmt von einem inneren Wirkungsprinzip, das geteilt werden kann in sich ähnelnde, gleiche Stücke, auch Fraktale genannt, die hierarchisch geordnet sind. Dabei gibt es eine innere unsichtbare und eine äußerlich sichtbare Hierarchie, die entgegengesetzt und sich wechselseitig beeinflussend funktioniert.

Schon unsere Altvorderen nannten unser Dasein Kosmos und meinten damit die allumfassende erkennbare Ordnung des Daseins, dem das Chaos als totale Unordnung gegenüberstand.

Unsere Urahnen hatten noch andere Begriffe für die wirkenden Kräfte ihres erkennbaren und unerkennbaren Kosmos als wir heute. Sie benannten die allgemeine Naturkraft mit dem allgemeinen Namen Gott. Jede einzelne Naturkraft, die sie hierarchisch aus dem Ganzen erkannten und teilten, erhielt einen eigenen Namen, einen eigenen Begriff, einen eigenen Gottesnamen.  Die Struktur der Götterkräfte ist wie die eines Baumes hierarchisch unterteilt.

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Abbildung 14: Schon unsere Altvorderen erkannten eine Hierarchie der universellen Kräfte. 

 

Da die ersten Götter in der griechischen Mythologie Personifikationen von Teilen der Welt oder grundlegenden Prinzipien sind, ist zwischen der Entstehung der Welt und der Entstehung der Götter nicht zu unterscheiden.“iv Das ist ein ganz wichtiger Satz. Ganz früher sah man die äußere Welt und die inneren Kräfte als eine Einheit, die durchdrungen ist von Persönlichkeit. Erst vor wenigen Jahrhunderten, so um die Zeit Isaak Newtons (1642-1727), der als Begründer der Himmelsmechanik gilt, trennte die sich langsam aber sicher spaltende Menschheit das Dasein in erkennbare mechanische, unpersönliche Kräfte von Energie und Materie und in den persönlichen Geist-Gott.

Ganz am Anfang des allgemeinen Götterbaumes steht das Chaos, der Ursprung, aus dem sich die göttlichen Kräfte  differenzierten. Mit weiterer Differenzierung gibt es weitere untergeordnete Gottheiten, wobei die Nacht/Dunkelheit und der Tag/Licht zu den hierarchisch wichtigsten gehören. Den Platz als griechisches Ur-Eltern-Paar nehmen meist Gaia als Mutter/Erde/Materie und Uranus als Vater/Himmel/Geist ein. Erst viel später in der Rangfolge kommen die zwölf olympischen Götter, wie Zeus, Hera, Ares, Demeter, Aphrodite, Athene, Poseidon, Artemis, Hades. 

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Abbildung 15: Die Relativität des Raumes erschließt sich aus seinem hierarchischem Aufbau und ist …

 

Viele Begriffe verwirren das Verständnis des inneren Wirkens unseres Daseins. Dazu gehören auf jeden Fall die Begriffe Zeit und Raum. Wie wir aus der Physik wissen, sind Zeit und Raum untrennbar miteinander verbunden. Zwar erleben wir beides auf eine andere Art, doch wir erleben es immer gleichzeitig innerhalb eines Erlebensraumes. Schon am Gebilde des Götterbaumes, Abb. 14, ist nicht nur eine Hierarchie von Stücken und Wichtigkeiten zu erkennen, sondern gleichzeitig eine zeitliche Abfolge und räumliche Größe. Für unsere Altvorderen war zuerst das Chaos da. Daraus differenzierten sich Dunkelheit/Materie und Helligkeit/Geist. Auch heute wird das Dasein in genau derselben Art erkannt wie früher. Doch tragen diese beiden ersten Ur-Teile viele Namen, je nachdem, welche Wissenschaft sich mit den Prinzipien und Einteilungen der Wirklichkeit beschäftigt. Früher, als es noch keine Wissenschaften im heutigen Verständnis gab, war die Anzahl der Begriffe deutlich geringer. Für das einfache Verständnis des Fundaments unseres Daseins zeigt das einfache Baum-Struktur-Gebilde, das mit der Differenzierung und Verbindung der hierarchisch gegliederten Teile zunehmend erkennbar mehr Raum entsteht und die Zeitlänge je hierarchisch differenziertem Teil abnimmt. 

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Abbildung 16: … untrennbar mit der Relativität der Zeit verbunden, die ebenfalls hierarchisch strukturiert ist.

 

Die „EINE Herrschaft“ ist sowohl zeitlich als auch räumlich gegliedert. Und hier trennt sich die Mythologie von der modernen Physik und beide gehen getrennte Wege. Aber nur scheinbar. Die Wissenschaft benutzt andere Wörter und Begriffe, eine andere Sprache als die Mythologien und die Religionen. Doch inhaltlich liegen sie gar nicht so weit auseinander. Sie streiten gern mit anderen Begriffen und begreifen den anderen deshalb nicht. Hier erkennen wir wieder die Bedeutung des biblischen Sprach-Bildes vom Turmbau zu Babel, der zu Chaos in der gegenseitigen Verständigung führte.

Je mehr Worte und Begriffe eine Sprache hat, desto mehr scheinen wir zu begreifen – doch letztlich verstehen sich die einzelnen Menschen immer weniger. Jemand, der das ganze Wort-Wissen der Welt ergründen will, kann schließlich wie Sokrates seufzen: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Die Grafiken in diesem Buch sind schematisch und in ihrer Aussage sehr einfach – trivial –  gehalten. Doch gerade deshalb lassen sich daran die Rätsel und Phänomene der heutigen Zeit in einfachster Weise erkennen und auflösen.

Das einfache Gebilde, das ich damals innerlich „sah“, hatte eine allumfassende Bedeutung, die ich Stück für Stück im Laufe meiner vergangenen Lebenszeit in einzelne Begriffe fassen konnte. Ich erfuhr etwas von „selbstähnlichen Teilen“, von einer „inneren Rangfolge“, einem alles durchdringenden Wirken, dem man verschiedene Namen, wie Gott, Energie, Sprache und auch Bewusstsein geben kann. Und dieses einfache Gebilde entwickelte sich auch in meinem inneren Verständnis mit meinem zunehmenden Begreifen mehr und mehr zu einer Struktur, die einem Baum sehr ähnelt.

i Wikipedia: Energie, Version 8.9.2013, 11.45 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Energie&oldid=122241931

 

ii Wikipedia: Universum, Version 8.9.2013, 11.48 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Universum&oldid=122302505

 

iii Wikipedia: Rangordnung, 8.9.2013, 11.49 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rangordnung&oldid=120451910

 

iv Wikipedia: griechische Mythologie, 8.9.2013, 11.52 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rangordnung&oldid=120451910

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