Das Alphabet und die Sprache der Zahlen

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Sprache und Zahlen wachsen aus demselben Stamm. Die heute noch verwendeten römischen Zahlen sind zugleich Buchstaben. In Urzeiten hatten sowohl ein Buchstabe als auch eine Zahl eine hierarchisch zu betrachtende gewichtigere Bedeutung für den Menschen als heute. Die Sprache war eine schöpferische Kunst, eine Göttergabe. Das war in jedem Teil der Welt so. Jeder Ausdruck dieser schöpferischen Kunst war ebenso göttlicher Natur, so waren Buchstaben, Symbole, Bilder mit einer ganz anderen, wertvolleren Inhaltlichkeit versehen als heute. Das hebräische Alphabet ist in seiner Deutung nicht nur eine Ansammlung von Strichen und Bögen, sondern jeder Buchstabe hat eine Zahlenbedeutung und eine schöpferische Bedeutung – hat ein eigenes genos eidos.

Nehme ich dazu als Beispiel den ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets Alef. „Alef ist in der Kabbalah einer der drei Mütter, der Buchstaben Alef, Mem und Schin, die Luft, Wasser und Feuer symbolisieren. Steht Alef für die Zahl Eins, so ist es auch Symbol für Gott, den Einen und Einzigen, beginnen doch überdies viele Namen Gottes mit dem Buchstaben Alef (Adon-Adonai, Adir, El, Elohim). Auch der Name Adams, des ersten Menschen (adam) beginnt mit einem Alef, wodurch sich das Wort erfült: `eddamme el-Eljon` (Ich werde Gott ähneln; Jes 14,14) […] … steht das Alef als Symbol für den universalen Menschen, die gesamte menschliche Art, den Herrscher der Erde.“i

Diese Bedeutung verblasste im Laufe der Jahre, das heißt, sie verteilte sich auf immer mehr Worte und Zahlenrechnereien, bis schließlich kaum noch ein Bedeutchen – ein  atomon eidos -  in jedem Buchstaben, in jeder Zahl, in jedem Wort übrigblieb. Heute dienen die Zahlen, entkernt jeglicher Bedeutung, als mechanische Rechenwerkzeuge. Wie aber war das noch anders zu der Zeit, als der christliche Gott unseren Urahnen mitteilte, er sei das Alpha und Omega in einem!

nordische Runen abb33

Abbildung 33: In allen Völkern, so auch bei den nordischen, haben die Buchstaben eine weitreichende Bedeutung. Noch heute wird das Schicksal vorhersagende Lesen von Runen praktiziert.

 

Um dem Babelschen Sprachengewirr etwas zu entkommen, sei mir ein kurzer Gen-Einschub gewährt. Wissenschaftler fanden heraus, dass alle unsere Gene einer einzigen Ur-Eva entstammen. Sie erfanden EINE Ur-Mutter für alle Menschen und Menschengeschlechter auf der Erde. Das ist reine Theorie, denn für diese eine Urmutter gibt es keinen Beweis. Es ist nur so, dass der DNA-Stammbaum in seiner Verzweigung ziemlich eindeutig darauf hinzuweisen scheint. Ähnlich wie die vielen physikalischen Kräfte sich aus einer Ur-Kraft heraus differenzieren sollen. Ähnlich wie alle menschlichen Sprachen sich aus einer Ur-Sprache heraus differenzieren sollen. Es ist in allen Forschungszweigen immer dasselbe: Man denkt „Jetzt hat man den Anfang endlich erfasst!“, dann ist er aber doch entwischt und man hat wieder nur NICHTS in der Hand.  

Natürlich scheint es unglaublich, dass die heutigen Sprachen, die vielen Wörter und Begriffe auf NICHTS beruhen. Nicht nur, dass allein die deutsche Sprache etwa 500.000 Wörter enthält. Es gibt noch andere imposante Zahlen im Zusammenhang mit Sprache. So sprechen die Menschen in der Welt heute um die 6.000 verschiedene Sprachen und zusammengenommen gibt es mindestens 60.000 verschiedene  Buchstaben. Der Begriff Buchstabe stammt vom wirklichen Buchenstab ab. Die alten Germanen, die noch kein Papier herstellen konnten, benutzen Buchenstäbchen, um Runen (Buchstaben) zu bilden, denen sie jeweils eine tiefe schicksalshafte Bedeutung zuschrieben. Abb.33

Hieroglyphe abb34

Abbildung 34: Eine Hieroglyphe besteht zum Teil aus einem Bild und zum anderen Teil aus einem Laut.

 

Der Begriff Alphabet stammt aus dem Hebräischen und verweist auf die ersten beiden Buchstaben des hebräischen Alphabetes, die da sind Aleph und Beth. Natürlich hatten auch die alten Hebräer die Schrift nicht erfunden. Vielmehr soll diese von den Phöniziern stammen und diese erhielten ihre Vorstellung vom göttlichen Abbild des Daseins im Wort, später in der Schrift von ihren Ahnen.

Dazu müssen wir uns nur die Vorläufer der Schrift im alten Ägypten ansehen, wo viele hundert bildhafte Zeichen das Hieroglyphensystem bilden. Jede Hieroglyphe ist noch sehr bildhaft, ein gezeichnetes Abbild eines natürlichen Vorbildes, und erzählt eine ganze Geschichte. Die ägyptischen Hieroglyphen um 3150 v. Chr. sind bildnerisch-sprachliche Abkömmlinge der Höhlenmalereien der noch älteren Steinzeitmenschen vor ca. 30.000 Jahren.

Der Hieroglyphe der Ägypter kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie stellt sozusagen die Mitte zwischen der vormaligen reinen Bilderschrift und der nachfolgenden reinen Lautschrift dar, die nur aus Buchstaben besteht. Eine Hieroglyphe besteht zum Teil aus einem Bild und zum anderen Teil aus einem Laut.ii

Auch die hebräischen Buchstabeniii verweisen in ihrer Mehrdeutigkeit auf diese historisch gewachsene bedeutungsvolle Bildgeschichte der Sprache. Danach ist der Buchstabe zwar auch einfach nur ein Buchstabe, ein Glied in einem Wort, doch gleichzeitig ist er ein Symbol für eine natürliche Erscheinung. Weiterhin ist jedem Buchstaben ein eindeutiger Zahlenwert zugeordnet. Nicht zuletzt, sondern eher als fundamental zu sehen ist die Idee, die jeder Buchstabe verkörpert. So bedeutet der Buchstabe Aleph symbolisch Stier bzw. Stierkopf, das Oberste, steht zudem für die Zahl Eins und trägt die Idee vom Ursprung des Universums, von der göttlichen fundamentalen Einheit, die unerkennbar ist. Aleph ist in der hebräischen Sprache einer der beiden Konsonanten, die nicht ausgesprochen werden. Er hat keinen eigenen Lautwert und bedeutet damit auch durch seine Unaussprechlichkeit Verborgenes, Unbegreifliches, Unendliches. Genau wie Gott, dessen Name nicht ausgesprochen werden darf.

Davidstern abb35

Abbildung 35: Ein einfaches Symbol steht hier für die Vereinigung der beiden fundamental-polaren Prinzipien Geist und Materie, Inhalt und Form.

 

Mit dem Buchstaben Beth wird das Haus, das Weltgebäude an sich symbolisiert. Er steht sowohl für den Zahlenwert Zwei als auch für die Dualität und für den Differenzierungsvorgang an sich. Damals war das Wissen noch klar, dass das Universum als polare Spiegelung zu verstehen ist, dass Inneres und Äußeres, Materie und Geist, Erde und Himmel eine real existierende geteilte Einheit darstellen. Der Buchstabe Gimel symbolisiert das Kamel, das Lebendige, die Bewegung, steht für die Zahl Drei und bedeutet die schöpferische Idee an sich. Die Drei lässt sich grafisch als Dreieck darstellen. In vielen urvölkischen Darstellungen gilt das Dreieck als Symbol der göttlichen Idee, die sich im Leben und Erleben materialisiert, was auch „Manifestation des Spirituellen“ genannt wird und von der christlichen Religion in der Verkörperung Jesu Christi als zu Fleisch gewordenes Wort Gottes gepriesen wird. Der David- oder auch Judenstern besteht aus zwei Dreiecken, die ineinanderstecken und kurz gesagt darstellen: Von oben kommt der Geist, von unten die Materie, beide vereinen sich zur Realität. Abb.35

Wer will, kann in dieses Judenstern-Symbol auch die materialisierte Empfängnis Marias (Mutter, Materie) durch den himmlischen heiligen Geist hineininterpretieren. Damit wäre dann auch ihre Jungfräulichkeit geklärt, die nur symbolisch gemeint ist. In der Drei, im Dreieck, finden wir die Eins als den Ursprung, die Zwei als den Schöpfungsvorgang der Differenzierung und die Drei als Materialisierung der Idee. 

Als letztes sei hier noch der Buchstabe Daleth genannt, der eine Tür symbolisiert und die Zahl Vier darstellt. Er trägt die Idee der Kommunikation, der gleichzeitigen Verbindung und Trennung der einzelnen Teile, so wie eine Tür einen Raum abschließt und auch öffnet. Daleth symbolisiert die Sinngebung, die der Mensch vornimmt beim seinem Umgang mit der Umwelt, seine Interpretation von Gut und Böse, von Richtig und Falsch, Recht und Unrecht, die zu Meinung und Gegenmeinung, zu Streit und Krieg und Entwicklung in Raum und Zeit hinein führen. 

Im Laufe der Zeit und mit der Zunahme an gebildeten Menschen, die unsere Welt bevölkerten, die sich eigene Gedanken machten mit mehr oder weniger Wissen gebildet, differenzierte sich das Urwissen über die Sprache als Schöpfung immer mehr. Es änderten sich Interpretationen, Bedeutungszuweisungen, es änderte sich schließlich sogar die Vorstellung, dass Zahlen und Buchstaben mehr sind als nur grafische Gebilde, die dem Schreiben und Rechnen dienen. Aus dem einstigen Heiligen Wort, dem wirkenden Urbegriff allen Seins im ewigen Rhythmus, sind heute viele inhaltsarme Wörter entstanden.

Unser heutiges Wort Ziffer, das für das Wort Zahl steht, stammt auch aus der althebräischen Sprache. Ziffer ist ein Begriff aus der Kabbalah, einer altjüdischen mystischen Tradition der Beschreibung der Schöpfung und der Suche des Menschen nach Gott oder dem, was er dafür hielt. Die Kabbalah wird auch als Baum dargestellt und besteht aus 10 Sephiroth und 22 Pfaden. Jeder Punkt und jeder Strich ist bedeutungstief. Sephira ist der Stamm des heutigen Zahlenwortes Ziffer. 

Kabbalah abb36

Abbildung 36: Dieses grafische Gebilde ist Sinnbild der jüdischen  Kabbalah und wird auch Baum des Lebens oder Sefirot-Baum genannt.

Die Bedeutung der einzelnen Sephiras im kabbalischen Lebensbaumiv:

  • Kether = Krone, erster aufleuchtender Punkt

  • Chochmah= göttliche Weisheit, Klugheit, Geschicklichkeit, Schöpfungsplan

  • Binah= Wille, Einsicht, Verstand

  • Chesed= Liebe, Barmherzigkeit, Gnade

  • Gewurah oder Gebura = Gesetz, Stärke, Macht, Sieg, Gerechtigkeit

  • Tiphereth= Aufrechterhaltung des Daseins, Verherrlichung, Schönheit

  • Nezach= Ewigkeit, Beständigkeit, Blut

  • Hod= Glanz, Majestät, Donner

  • Jesod= Gründung, Grund, Grundstein, Fundament

  • Malchuth = Königreich, Herrschaft,  Regierung

 

Ich finde es nicht schlimm, dass das Rechnen heute mit weitestgehend sinnentleerten Zahlen-Ziffern stattfindet. Sonst wäre die Mathematik ein noch viel schwereres Monster. Doch ich plädiere dafür, dass den Kindern in der Schule in einem Fach namens Fundamentwissen die Entstehung und Bedeutung des Wissens, der Sprache, der Buchstaben und Ziffern beigebracht wird.

Heute gilt die Mathematik als die Basis des Daseins. Es scheint auch wirklich so, als wäre sie es, denn Mathematiker können mittels logischer Kombinationen fast alles berechnen. Es gibt eben nur das winzige Problem der heutigen Mathematik: Die Rechnung geht am Ende nicht auf. Wie sonst lässt sich erklären, dass unser Universum zu mehr als 97 Prozent unberechenbar ist, SCHWARZ, wie der Physiker sagt.

Innerhalb einer kurzsichtigen Sichtweise, um den Erkenner herum, scheint die heutige Mathematik brauchbar und plausibel, für technische Bauten äußerst nützlich. Doch dann hört die Reichweite der inhaltlich vollkommen entkernten Zahlenkunst schon auf. Ich betone es hier deutlich: Ich kann heutigen Mathematikern in ihrer Rechenkunst nur im Ansatz das Wasser reichen. Aber genau da kann ich es. Ich gebe hier auf der Basis dieser allgemeinen Theorie einen neuen Ansatz der Berechnung der Welt vor, die logisch und unlogisch komplett geschlossen aufgeht. 

Danach ist die Null – das Zeichen für nichts Reales – der absolute Ausgangspunkt aller realen Berechnung. Um zu Ziffern und mathematischen Einheiten zu kommen, ist zunächst eine Division der Null nötig. Es gibt nicht vier Grundrechenarten wie bisher, sondern nur eine, die Division der Null. Abb.37

Division der Null abb37

Abbildung 37: In dieser aus traditioneller Sicht paradoxen Form ist die Division der Null sowohl sinnvoll als auch logisch.

 

Nach der hier vorgestellten Theorie ist die Null die Ausgangsmenge, die ungeteilt ALLE Teile enthält, aber in dieser Form NICHT erkennbar ist. Das heißt, die gesamte Mathematik wurzelt in der NICHT-Erkenntnis und die erste Qualität der neuen Königin der Wahrheit ist logische Unerkennbarkeit. Aber dann beginnt die Dämmerung, wir schreiten ins Licht der Erkenntnis. Es beginnt die erste Division, die erste Teilung. Die Ausgangsnull teilt sich in die ersten polaren Qualitäten – ½ und + ½. Das ist eine aus bisheriger Weltansicht unlogische Vorgehensweise, doch nur so wird – logisch – im Weiteren die Logik als Abgrenzung zur Unlogik erkennbar. Aus diesem Bild lassen sich auch Lüge (falsch) und Wahrheit (richtig) ableiten. Zwei wichtige Parameter der Logik. Verbunden sind beide polaren Quantitäten durch die Qualität Null, denn beide Teile addiert ergeben logisch die Ausgangsnull.

Die Addition wäre damit die zweite Grundrechenart, die sich aus der ersten ableitet. Dem ersten Teilungsschritt folgen weitere Teilungsschritte, die nun die Vielfalt mathematischer Berechnungen erschaffen können, wenn man die Ausgewogenheit beibehält. Es kann eine strenge binäre Teilung geben indem man weiterhin durch zwei teilt, differenziert. Dann ergäbe der nächste    Teilungsschritt -+ ¼   und — ¼ sowie ++ ¼ und +- ¼. Addiert man diese Teile, ergeben sie wiederum Null. Was in der Basis nicht Null ergibt, ist falsch. Das ist das fundamentale Gesetz, der fundamentale Lehrsatz der neuen Mathematik, dass die Addition der polaren Teile immer Null ergeben muss. Oberflächlich, wie es ein Computer macht, werden Null und Eins als zwei gleichwertige Teile angesehen, mittels derer man herrlich viel rechnen und berechnen kann. Für den Computer mag das stimmen. Für die Berechnung des Daseins nicht. 

Natürlich ist es auch möglich, die Ausgangspolarität nicht streng zu teilen. Es ist theoretisch möglich, eine Teilung in  — 1/8  und -+ 3/8 und ++1/8 und +- 3/8 vorzunehmen. Oder noch ganz andere Teilungsziffern. Hauptsachen, die Gesamtsumme ergibt Null. Ab dem zweiten Teilungsschritt sind auch Multiplikation und Subtraktion möglich.

Aus dieser neuen mathematischen Sicht ergibt sich auch eine neue Physik, eine neue Erkenntnis der Dimensionen der Welt. Momentan gehen wir von einer real betrachtet gleichwertigen Dreidimensionalität aus. Doch kommen die Physiker bei ihren Berechnungen der Welt, besonders im Bereich des Mikrokosmos und der innersten Basis der erkennbaren Welt bei 6, 7, 8 oder 11 oder sogar unendlich vielen Dimensionen an. Im Makrokosmos sind inzwischen bei aller Rechnerei blasenförmige Multiversen im Gespräch.

Division des Daseins abb38

Abbildung 38: Dimension bedeutet Zweiteilung.

 

Ich kann diese Rechnung nicht nachvollziehen, es fehlt mir an den derzeitigen mathematischen Kenntnissen. Doch entsprechend der hier vorgestellten Theorie gibt es eine Hierarchie der Dimensionen. Aus dem NICHTS (als Ganzes unerkennbar) teilt sich die erste Dimension. Es heißt schließlich „Di“, in Zwei geteilt. Abb. 38 Damit hätten wir eine Ausgangsspannung zwischen zwei Ausgangspolen. Diese Dimension befindet sich noch im NICHT-Erkennbaren Bereich. Erst im zweiten Teilungsschritt der Spannung wird die Realität auch Wirklichkeit und wahrnehmbar, erkennbar, sowohl als Differenz zwischen Licht und Dunkelheit als auch anderer Qualitäten, wie Farben, Gerüche, Töne und Wärme. Alles ist für die Naturwissenschaft zwar auch eine Einheit, aber sie geht davon aus, dass dieses ALLES komplett erkennbar sei. Sie rechnet nicht mit der Realität der fundamentalen Unerkennbarkeit. Kommt aber bei ihren Berechnungen trotzdem dorthin. Siehe Schwarze Materie, Schwarze Energie, Schwarze Löcher, String- und M-Theorie.

Hierarchie der Mengen abb39

Abbildung 39: Hier das Mengenparadoxon in einem Bild dargestellt. Eigentlich ist der graue Kreis nicht sichtbar, nicht erkennbar. Er dient hier nur dem besseren Verständnis.

 

Anhand dieser Sichtweise der Realität lässt sich auch die Paradoxität der Menge aller Mengen erklären, für die es bislang keine fundamentale Erklärung gibt. Für eine Menge gilt der Satz: Jede Menge muss sich selbst auch als Menge beinhalten. Daraus ergibt sich, dass es eigentlich KEINE solche Menge aller Mengen geben kann, denn dann müsste sie wieder Teil einer übergeordneten Menge sein. Das ist paradox und passt nicht in die sonst so schön logische Mathematik. Diese behilft sich heute damit, dass sie die paradoxe Menge aller Mengen in die dunkle Ecke schiebt und nur mit axiomatischen Mengen rechnet. Mit genau definierten Klassen von Mengen, der Menge von allen Hunden, von allen Edelsteinen, von allen Sternen und so weiter. Die hier vorgestellte Theorie erklärt nicht nur, warum die Menge aller Mengen paradox sein muss, sie zeigt auch deutlich, dass sie paradox sein muss, um als Menge aller Mengen gelten zu können. Abb.39

Die Ausgangsmenge ist demnach KEINE reale Menge – sie ist das mathematisch beschreibbare NICHTS, in der aber durch Teilung und weitere Unterteilung alle Mengen enthalten sind. In jeder x-beliebigen Qualität und Quantität. Aus diesen fundamentalen Beschreibungen ergibt sich jede existierende Quantität und Qualität, die eine geschlossene fraktal-hierarchische energetische Struktur besitzt. Hieraus erklärt sich das Leben, die Religion, das Dasein in allen vom Menschen erkennbaren Teilen und Vereinigungen in jeder beliebigen Mengeneinheit, seien es Steine, Pflanzen, Tiere, Kommunen, Politik, Wirtschaft, Sterne, Kosmos, Geschwindigkeit, Raum-Zeit, Intuition, Kreativität, Gott und selbstredend der quantitative elektrochemische Aufbau des Gehirns und des qualitativen Denkens.

Vom relativen Sinn des Seins

Der paradoxen Menge der Mathematik ist der paradoxe Sinn des Lebens gleichgestellt. Den fundamentalen Sinn des Lebens gibt es nicht real. Auf die fundamentale Frage „Warum ist alles so wie es ist?“ folgt die fundamentale Antwort „Darum ist alles so wie es ist!“. Sinn und Unsinn verschmelzen im Fundament des Lebens und Daseins. Abb.40 Dieses Sinn-Unsinn-Fundament nennen die Religionen „unergründlicher Wille Gottes“, die Philosophen rätseln noch und die Physik befasst sich damit erst gar nicht. Doch sobald wir die erkennbaren differenzierten und verbundenen Einheiten betrachten, hat ALLES einen Sinn. Jetzt kommen die Naturwissenschaften zum Zuge. Eine Sonne macht Sinn in einem Planetensystem. Eine Blüte an einer Pflanze macht Sinn, sowohl für den Betrachter, der sich daran erfreut oder für die Biene, die Nektar sammelt, und für die Pflanze selbst, denn die Blüte ist der Vorläufer der Frucht, die für das Weiterbestehen der Pflanzenart sinnvoll ist. Eine Mutter macht in einer Familie Sinn, ein Arbeiter in einer Fabrik, ein Politiker in einer Regierung, ein Stein in einem Steinbergwerk, ein Ei in einem Nest. Mit dem Sinn kommen aber auch die Parteien und Gegner ins Lebensspiel. Was dem einen sein Sinn, ist dem anderen sein Unsinn.

Nach dem Sinn zu fragen ist ein wenig Philosophie, aber auch Psychologie. Denn ein Mensch, der aus einem für ihn scheinbar sinnvollen Leben heraustritt oder hinausfällt, sei es durch  Arbeitslosigkeit, Umzug, Tod eines geliebten Mitmenschen oder durch bewusstes Entscheiden, muss zunächst einen Weg durch scheinbare Sinnlosigkeit gehen, was ihn psychisch sehr belasten kann. Er fühlt sich hilflos, nutzlos, wertlos, sinnlos. Das ist mit körperlichen Schmerzen und geistigen Leeren verbunden.

Sinn und Unsinn abb40

Abbildung 40: Eine tiefe Nachfrage nach dem Sinn des Lebens kann logisch betrachtet zur Verzweiflung führen. Doch die Antwort ist auch Basis des Humors.

 

Beim Lebenssinn ist es genau wie mit dem Lebenspartner. Es gibt den genau passenden, die zweite Hälfte. Es muss aber nicht sein, dass man diesen findet und mit ihm sein Leben verbringt. Man kann auch einen anderen Partner nehmen, mit dem es so halbwegs passt. Oder man nimmt sich immer mal wieder einen neuen, auf der ewigen Suchen nach dem einen richtigen.

Entsprechend dieser Theorie gibt es für jeden Menschen auch einen einzigen, richtigen großartigen Sinn, weswegen er auf die Welt, in seine Welt kam und was er seiner Welt an Bereicherung geben kann. Der Mensch wird als zu seiner Umwelt spannungsgeladenes Gebilde geboren und es geht nun darum, diese Spannung in Arbeit und Kreation umzusetzen. Dabei geht es um vollkommene Entspannung in Form von Glück und Zufriedenheit für beide Seiten, was gleichzeitig mehr Bewusstsein erschafft. Denn auch die Umwelt ist gespannt auf das, was das neue Individuum zu bieten hat. Manche Menschen haben Glück, sie erkennen recht schnell ihren großartigen Lebenssinn und verschreiben sich ihm ganz und gar, können berühmt werden und der Welt etwas Bedeutsames geben. Manche erkennen ihren individuellen Lebenssinn, ihren Wert und Nutzen für die Welt nicht und vergeuden ihr Leben, was nicht unbedingt schlimm ist, aber schade.

Manche sind ihr ganzes Leben auf der Suche nach dem wahren tiefen eindeutigen Sinn und Nutzen ihres Lebens und wenn sie Pech haben, finden sie ihn in diesem Leben nie. Das kann aber auch dazu führen, dass sie das Leben etwas humorvoller betrachten.

Wer seinen speziellen Sinn aber fand, der fühlt sich von nun an initiiert, ihn mit seinem Leben zu erfüllen. Ich gehe davon aus, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass es einen genau auf sie zugeschnittenen Lebenssinn gibt. Dass sie genau die Anlagen und Fähigkeiten haben, die in ihrer Welt gebraucht werden. Wobei ich hier den Nutzen und Sinn eines Verbrauchers, der viele Tüten Kartoffelchips im Monat kauft, für die Kartoffelchipsherstellerwirtschaft, die Medizin- und Gesundheitswirtschaft nicht unterbewerten will. Thematisch passt das Folgende vielleicht nicht ganz, aber entsprechend dieser Theorie kann es keine unaufschließbare Verschlüsselung, keinen unknackbaren Code geben. Trotzdem kann jeder Codierer sein ganzes Leben sinnvoll damit verbringen, neue Codes zu erfinden. Wenn es dem Menschen die Zeit erlaubt, er Spaß daran hat oder bezahlt wird dafür, kann er alles Mögliche, Unmögliche, Sinnvolle und Sinnlose machen.

Wahrnehmungs- und Erkenntnisvorgang abb41

Abbildung :41 Die Entwicklung des Auges reicht bis zu den Anfängen des Universums zurück. Die Entwicklung des Baumes, den der Blick trifft, ebenso. Insofern schaut jedes Auge schon ohne jede Apparatur bis zu den Anfängen des Universums zurück.

Dieses Bild, Abb.41, ist zunächst nur schematisch zu verstehen. Tatsächlich aber wollen Physiker – so ihre Verlautbarungen – bald bis zum Anfang des Universums, bis zum Urknall zurücksehen. Natürlich nicht mit bloßen Augen, die sehen in so weiter „Ferne“ von 13,75 Milliarden Jahren Rück-Weg-Strecke nur ein Rauschen. Das überdimensionale Teleskop „James Webb Space Telescope“ (JWST), Nachfolger des Hubble-Teleskopes, soll in der Lage sein, bis zum Anfang der Zeit zurückzublicken und die Geburt des Universums selbst sehen zu können, sagen die Wissenschaftler.

Es gibt da einen winzig kleinen Haken, der am Rande erwähnt sein soll, weil er in die hier vorgestellte Theorie passt. Im Planungsjahr 2002 rechnete man mit ca. 3,5 Milliarden Dollar Kostenv. Wenige Jahre später hatten sich die Kosten schon verdoppelt. Der Starttermin sollte ursprünglich 2013 sein, dann 2014, jetzt denkt man an frühestens 2018. Inzwischen geht man von 8,7 Milliarden Dollar Kosten aus, was sich aber bis 2018 verdoppeln wird. Wenn man aber weiß, dass der Anfang des Universums genau wie der innerste Punkt des Atoms gesetzmäßig NICHT erkennbar sein kann, dann kann sich die Welt eine Menge Geld und schließlich auch Enttäuschungen sparen. Zumindest was den erhofften Anblick des universellen Anfangs anbelangt. Ansonsten wird auch dieses Teleskop wunderschöne Himmelsbilder liefern. An diesem Beispiel lässt sich der Sinn und Unsinn von Investitionen deutlich erkennen. Im Grunde nicht sinnvoll, aber eigentlich schon.

i Mandel, Gabriele: Gezeichnete Schöpfung, Eine Einführung in das hebräische Alphabet und die Mystik der Buchstaben, Fourier Verlag GmbH, Wiesbaden 2003, Seiten 22 und 23

 

ii Betró, Maria Carmela: „Heilige Zeichen“, Wiesbaden, 2003

 

iii Internet: Hebräisches Alphabet, Version 6.9.2013, 6 Uhr,

http://deutsch.apocalypse2008-2015.com/apokalypse-anhang.html

 

iv Wikipedia: Sephiroth, Kaballa, Version 6.9.2013, 6.09 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sephiroth&oldid=121747449

 

v Süddeutsche.de/Wissen: Hubbel-Nachfolger vor dem Aus, Version 6.9.2013, 6.29 Uhr,

http://www.sueddeutsche.de/wissen/astronomie-james-webb-teleskop-hubble-nachfolger-vor-dem-aus-1.1120471

 

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